Landkreis setzt auf Prävention

Vogelgrippe: Ab Samstag Stallpflicht entlang der Fulda

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Solch eine Tafelente wurde tot am Twistestausee gefunden. Das Vogelgrippe-Virus hatte sie dahingerafft. „Wenn so etwas im Landkreis Kassel vorkommt, sind wir gerüstet“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Baunatal/Fuldabrück/Niestetal/Wolfhagen. Mit sofortiger Wirkung gilt ab Samstag, 19. November, in fuldanahen Gebieten bei Baunatal-Rengershausen, in Fuldabrück-Dennhausen, -Dittershausen und -Bergshausen sowie in Niestetal-Sandershausen eine Aufstallungspflicht für Geflügelbestände.

Davon betroffen sind fünf Geflügelhaltungen mit rund 100 Tieren. „Dieser Schritt dient ausschließlich der Prävention“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Bislang habe es im gesamten Landkreis Kassel noch keinen Fall von Vogelgrippe gegeben.

Haarscharf ist jedoch das Wolfhager Land an der Einrichtung eines Sperrbezirkes mitsamt Beobachtungszone vorbeigeschrammt. Grund ist der inzwischen vom Land Hessen bestätigte Verdachtsfall aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Dort war unmittelbar am Ufer des Twistestausees eine an dem Vogelgrippevirus H5N8 verendete Tafelente gefunden worden.

„Solch ein Sperrbezirk mit Beobachtungszone hat einen Radius von insgesamt drei Kilometern“, sagt Kühlborn. Wäre der Wildvogel nur etwas weiter östlich gefunden worden, wäre auch das Wolfhager Land betroffen gewesen. Geheißen hätte das: sofortige Stallpflicht für alle Geflügeltiere und klinische Untersuchung und Kontrolle aller Geflügelbestände durch die örtliche Veterinärbehörde innerhalb dieser Drei-Kilometer-Zone. „Das hat dann schon nichts mehr mit Prävention zu tun, das ist direkte Gefahrenabwehr“, sagt Kühlborn.

„Gewässer wie der Twiste- stausee in Waldeck-Frankenberg oder die Fuldaauen im Landkreis Kassel sind besonders heikel, weil sie Rastflächen für durchziehende Wildwasservögel und somit Risikogebiete für die Verbreitung des Geflügelpest-Virus H5N8 sind“, sagt Sabine Kneißl, Leiterin des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel. Das Virus H5N8 sei hochansteckend, in der Wildpopulation weit verbreitet und für Geflügelbestände eine sehr große Gefahr. „Wir wollen mit der Aufstallung verhindern, dass die gewerblich oder privat gehaltenen Geflügelbestände in direkten oder indirekten Kontakt zu den Wildvögeln kommen“, sagt Kneißl.

Ausstellungen verboten

Für die Zeit der Stallpflicht sind in den betroffenen Gebieten Märkte oder Ausstellungen, in denen Geflügel und gehaltene Vögel gehandelt oder zur Schau gestellt werden, verboten. Ebenfalls nicht erlaubt ist es, Geflügel oder gehaltene Vögel aus den genannten Risikogebieten auf Börsen, Märkten oder ähnlichen Veranstaltungen auszustellen.

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