Wasserwelle kam am Nachmittag

Schlamm auf dem Steinweg: In Niederkaufungen war die Losse am Dienstagabend über die Ufer getreten. Foto: Naumann

Kreis Kassel. Pegelstände an Fulda, Losse, Nieste, Ahne und Wahlebach stiegen sprunghaft an - Dennoch kaum Zwischenfälle

 „Keine große Sache“ sei der Dauerregen über Nordhessen am Dienstag gewesen, sagt Jürgen Schmidt, Meteorologe beim Wetterdatendienst „Wetterkontor“ mit Sitz in Ingelheim bei Wiesbaden. Dennoch waren ordentlich Wassermassen die Fulda wie auch die Zuflüsse Ahne, Losse, Nieste und den Wahlebach hinuntergerauscht.

So überflutete der Wahlebach in Lohfelden für einige Stunden die Ochshäuser Dorfstraße. Ab etwa 17 Uhr war es den Bussen der Linie 37 nicht mehr möglich, die Haltestellen Wahlebachsiedlung und Sportplatz anzufahren. Erst am nächsten Morgen fuhren die Busse wieder regulär.

In Teilen überschwemmt wurde in Kaufungen der Steinweg. Anwohner hatten zum Schutz vor den Fluten der Losse ihre Hofeinfahrten mit Sandsäcken gesichert. Dennoch kam hier und da die Schlammbrühe durch. Schäden gab es aber keine.

Wegen starken Regens wurde am Dienstagabend die B 7 zwischen Helsa und Eschenstruth nahe der Waldhofkurve teilweise überflutet und war daher nur einspurig befahrbar. Polizei und Feuerwehr regelten den Verkehr.

„Sonst gab es nur noch einige vollgelaufene Keller in Söhrewald, Helsa und Baunatal“, bilanziert Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek.

Tatsächlich hatte „nur eine kurze Welle“, wie RP-Sprecher Michael Conrad sagt, die erhöhten Pegelstände in den Flüssen verursacht. Der Wasserstand der Fulda an der Messstelle in Guntershausen südlich von Kassel stieg binnen 24 Stunden um gut 50 Zentimeter, die Losse bei Helsa um 80 Zentimeter. Dort sei sogar kurzfristig die Hochwasser-Meldestufe II ausgerufen worden. „Das bedeutet, dass dann schon Straßen überflutet und Keller volllaufen können.“ Inzwischen hätten sich die Pegelstände aber wieder normalisiert.

Grund für den rasanten Wasseranstieg war ein „stationäres Tief über Nordhessen“, erklärt Meteorologe Jürgen Schmidt. Das heißt: „Das Regengebiet hat sich am Dienstag kaum von der Stelle bewegt.“ In der Folge sei allein an diesem Tag gut ein Drittel der gesamten Monatsregenmenge aus den Wolken gefallen - „nämlich rund 13,4 Liter pro Quadratmeter“. Dennoch könne von Starkregen keine Rede sein, „der fängt erst bei etwa 20 Litern an“.

Für die kommenden Tage ist Entspannung in Sicht. Am Mittwoch werde es - wenn überhaupt - nur noch Schauer geben. „Dafür wird es aber wieder kalt - in den Morgenstunden besteht Glatteisgefahr“, sagt Schmidt. Dann komme wieder eine Warmluftfront, die am Donnerstag und Freitag erneut für Niederschläge sorge. „Der Samstag wird mit 12 Grad richtig schön und warm, der Sonntag mit 10 Grad eher durchwachsen.“

Mit richtig heftigem Dauerregen sei erst wieder am Montag zu rechnen.

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