Zweckverbandsdirektor Dirk Stochla im Interview

Seit einem halben Jahr Direktor des Zweckverbandes Raum Kassel: Dirk Stochla. Foto: Naumann

Kreis Kassel. Im HNA-Interview spricht der ehemalige Vellmarer Bürgermeister Dirk Stochla über seine neue Rolle als Direktor des Zweckverbands Raum Kassel.

Seit einem halben Jahr hat der Zweckverband Raum Kassel (ZRK) mit Dirk Stochla (SPD) einen neuen Direktor. Stochla war bis November 2014 Bürgermeister von Vellmar, danach nahm er sich eine Auszeit und bereitete sich dann auf seine neue Aufgabe vor. Im HNA-Interview spricht der 43-Jährige über seinen Wechsel vom Politiker zum Verwaltungsmann und seine Ziele beim ZRK.

Herr Stochla, vom Bürgermeister zum Zweckverbands- chef - ist Ihnen der Wechsel schwergefallen? 

Dirk Stochla: Natürlich. Die Arbeit in Vellmar lag mir am Herzen. Als Bürgermeister hatte ich einen viel direkteren Kontakt zu den Leuten vor Ort. Diese Arbeit habe ich geliebt. Ich gebe zu, dass ich das jetzt etwas vermisse.

Als Verwaltungsmann sind Sie ja nun eher eine abstrakte Größe. 

Stochla: Das stimmt, ich stehe längst nicht mehr so in der Öffentlichkeit. Meine Arbeit dient aber noch immer dem Wohl der Menschen in den einzelnen Kommunen des Verbandsgebietes und der Region. Was der ZRK leistet, ist enorm wichtig. Nur tut er das auf einer anderen Ebene.

Im Kern ist der ZRK ein Planungsverband. Haben Sie da Neuland betreten? 

Stochla: Nein. Der ZRK war mir bereits sehr vertraut. Als Bürgermeister war ich von 2002 bis 2006 Mitglied der Verbandsversammlung - dem Entscheidungsorgan des ZRK. Danach war ich bis 2014 stellvertretendes Vorstandsmitglied. In dieser ganzen Zeit habe ich die Arbeit wie auch das Team des ZRK sehr gut kennengelernt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer neuen Funktion? 

Stochla: Der ZRK spielt eine wichtige Rolle im Zusammenwirken der einzelnen Kommunen untereinander - mit dem Ziel, stets das Bestmögliche für die weitere Entwicklung der Region Kassel herauszuholen. Entscheidend dafür ist Kommunikation. Jeder Akteur hat verschiedene Interessen, und wir als ZRK bündeln, vermitteln und finden Kompromisse. Nur so lässt sich etwas adäquat entwickeln, egal um was es geht - Gewerbe, Wohnen, Verkehr oder Landschaftspflege.

Ist der ZRK-Chef in erster Linie also ein Kommunikator? 

Stochla: Das zumindest ist eine seiner Aufgaben. Und ich glaube auch, dass ich das gut kann. Und der ZRK hat sehr gute Leute an Bord, ohne die das alles nicht liefe. Tatsächlich verfügen wir inzwischen über ein enormes Instrumentarium, um eine gezielte Planungsarbeit überhaupt möglich zu machen. Der Kommunale Entwicklungsplan Zentren, der neue Verkehrsentwicklungsplan oder der Flächennutzungsplan sind nur drei Beispiele.

Planen Sie, beim ZRK neue Akzente zu setzen? 

Stochla: Wir setzen die erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit fort, aber die Aufgaben verändern sich. Beispiel demografischer Wandel, der vor allem auf dem Land spürbar werden wird. Die Bevölkerung sinkt, und sie wird älter. Darauf werden sich die Kommunen vorbereiten wollen. Und wir können ihnen dabei planerisch helfen.

Wie kann das gehen, immer für einen Interessenausgleich zu sorgen? 

Stochla: Natürlich wird Kassel als Oberzentrum immer eine besondere Stellung haben. Aber ebenso wird Kassel auch mit Blick auf die Dynamik der vergangenen Jahre nicht alles leisten können. Beispiel Wohnraum. Der wird dort knapper. Hier suchen wir mit Kassel und unseren Verbandsmitgliedern nach gemeinsamen Lösungen. Solche Wechselbeziehungen gibt es bei den unterschiedlichsten Themen. Sie gilt es zu erkennen und im Zusammenspiel bestmöglich für die gesamte Region Kassel auszugestalten. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, wird es bestmögliche Lösungen für alle beteiligten Akteure geben.

Zur Person 

Dirk Stochla (43) wurde in Kassel geboren und wuchs in Vellmar auf. Er legte das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung ab, machte 1991 eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Vellmar und studierte anschließend mit Abschluss Diplom Verwaltungswirt. Mit der Wahl 2002 wurde er Bürgermeister der Ahnestadt, 2008 wurde der Sozialdemokrat für eine zweite Amtszeit bis Ende 2014 gewählt. Auf eine weitere Kandidatur verzichtete er. Stochla ist verheiratet und hat einen achtjährigen Sohn.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.