Kreuzt Salzleitung von K+S das Bauna-Tal?

Salzlauge fließt in die Werra: Das Archivfoto zeigt einen Einlauf bei Philippsthal im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Seit geraumer Zeit prüft das Unternehmen K+S, wo eine Salzpipeline Richtung Nordsee verlaufen könnte. Im Landkreis Kassel werden diese Pläne von den Anrainerkommunen sehr kritisch gesehen. Foto: dpa

Baunatal/Schauenburg. Der Kasseler Kalikonzern K+S hat anderthalb Jahre lang gewartet auf den ersten Genehmigungsschritt für den Bau einer Salzpipeline von Osthessen zur Oberweser.

Am Montag hat das Raumordnungsverfahren begonnen. Von den Planungen betroffen sind auch die Kommunen Baunatal und Schauenburg.

„Wir prüfen derzeit unsere Stellungnahme dazu“, sagt Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). „Dafür müssen wir ein ganzes Paket an Unterlagen durchgehen.“

Zu einem früheren Zeitpunkt, so Schaub, habe sich die Stadt schon einmal zu dem Vorhaben geäußert. Damals sei man der Meinung gewesen, dass seitens der Landesregierung noch nicht alle Methoden zur Salz-Entsorgung an den Produktionsstätten selbst untersucht worden seien.

Die Gemeinde Schauenburg sehe die Pläne für eine Salzleitung kritisch, sagt Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Gemeinsam mit Baunatal und anderen betroffenen Kommunen wolle man sich nun über das weitere Vorgehen abstimmen.

Die Salzabfälle sollen in einem Rohr transportiert werden, das sich teilweise an der Gasleitung Midal (Mitte-Deutschland-Anbindungs-Leitung) orientiert. Von Baunatal-Schauenburg kommend verläuft es vorbei an Habichtswald-Ehlen, Gut Bodenhausen, Zierenberg, Laar und Hohenborn und nimmt Kurs auf Hofgeismar und die Weser.

Die Bürgermeister dieser Kommunen sind vom eröffneten Raumordnungsverfahren ebenfalls wenig begeistert. „Vor der Pipeline habe ich mehr Angst als vor der Stromtrasse Suedlink“, sagt Zierenbergs Rathauschef Stefan Denn (SPD). Bei einem Leck in der Leitung werde der Boden verseucht. „Ich halte das für gefährlich“, erklärt Denn, der ankündigt, die Frist von vier Wochen intensiv nutzen zu wollen für eine Stellungnahme. Neben der drohenden Gefahr kritisiert der Verwaltungschef aber auch, dass mit dem Verlauf der Trasse ein enormer Aufwand betrieben werde, der für den Tourismus in der Region und vor allem an Weser und Reinhardswald negative Folgen haben wird. Denn glaubt, dass K + S die Alternativen für den Umgang mit den Salzabfällen nicht hinreichend geprüft hat.

Das sieht sein Habichtswalder Amtskollege Thomas Raue (SPD) ähnlich und bemängelt den „großen Eingriff“ in die Natur. „Mir ist nicht klar, ob die Pipeline und das Speicherbecken im Altkreis Hofgeismar unbedingt sein müssen.“ Aus Sicht seiner Gemeinde könnte es bei der Trinkwasserversorgung zu Problemen kommen. Ein Brunnen befindet sich bei Breitenbach. Inwieweit die Pipeline diesen tangiert, müsse nun geklärt werden.

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