Kulturhalle Niedervellmar soll 2016 wieder öffnen

Wiedereröffnung: Der Zeitplan der Stadt für die Sanierung der Kulturhalle ist ehrgeizig. Ob er aufgeht, wird wesentlich vom Ausmaß der Asbestverseuchung abhängen. Fotos: Dilling

Vellmar. Neue Hoffnung für die Vereine, die seit viereinhalb Jahren in wechselnden Ausweichquartieren nur provisorisch ihrer Arbeit nachgehen können: Die Stadt Vellmar will unverzüglich mit der Schadstoffsanierung in der wegen Astbestbelastung geschlossenen Kulturhalle Niedervellmar beginnen.

Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung vorgestern mehrheitlich im Bürgerhaus Vellmar-West. „Es ist unsere Absicht, dass die Halle noch dieses Jahr wieder zur Verfügung steht“, sagte Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD). Auch für den schon seit 2012 geplanten Abriss und Neubau des Bürgerhauses Obervellmar gab das Gremium grünes Licht. Doch auch dort müssen zunächst Schadstoffe erforscht und ausgebaut werden.

Halle und Bürgerhaus hingen wegen eines von der Stadt angestrengten Beweissicherungsverfahrens buchstäblich in der Luft: Wegen zweier sich widersprechender Sachverständigengutachten zur Raumluftbelastung der beiden Objekte mit Asbestfasern war Vellmar vor Gericht gezogen, auch um mögliche Schadenersatzansprüche gegen einen der beiden Experten zu klären. Doch die Stadt hat jetzt das Verfahren beendet, weil der vom Gericht beauftragte, weitere Sachverständige erklärt hatte, dass es auf die Richtigkeit der vorangegangen Messungen gar nicht ankomme. Es stehe fest, dass Asbest verbaut wurde, also müsse saniert werden. SPD-Fraktionschef Walter Brück und sein Gegenpart von der CDU, Michael Stöter, begrüßten die Entscheidung des Rathauses. Die Grünen kritisieren sie dagegen heftig. „Schön, dass wir jetzt nach vorn sehen können“, sagte Stöter. Während SPD und - mehrheitlich - die CDU für die Sanierung stimmten, kam von den Grünen Ablehnung. Es sei ja gar nicht klar, wie viel Asbest in den beiden Gebäuden verbaut worden sei, also könne man die Kosten gar nicht absehen, meinte Markus Pape (ehemals FDP). Die Rechnung werde den Bürgern erst später präsentiert. Außerdem sei ungewiss, ob beide Häuser überhaupt noch benötigt würden. Schließlich hätten sich viele Vereine andere Quartiere gesucht. Beide Projekte sollen nach Auskunft von Ludewig unverzüglich angegangen werden. Zunächst werde ein Entsorgungskonzept in Auftrag gegeben.

Die Stadt will für die Sanierung der Kulturhalle 495 000 Euro Landesmittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm bereitstellen. Für den Neubau des Bürgerhauses Obervellmar stehen schon länger 4,8 Millionen Euro im Etat. Ob der Zeitplan des Rathauses aufgeht, wird wesentlich davon abhängen, wie umfangreich die zu entsorgenden asbesthaltigen Bauteile sind. Die CDU behält sich offensichtlich eine Notbremse vor. „Wir stehen dazu, aber nicht um jeden Preis“, sagte Fraktionschef Stöter.

Von Peter Dilling

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