Zunächst bis Brückenhof

KVG testet weitere Tram-Linien mit Anhängern - Bis Baunatal und Vellmar möglich

Strecke nach Baunatal: Auch hier will die KVG möglicherweise nach dem Jahr 2017 Straßenbahnen mit Anhänger einsetzen. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Die Straßenbahnlinien Richtung Oberzwehren und Baunatal sind gut frequentiert. Jetzt ist im Gespräch, die Linie 6 mit Anhängern zu erweitern.

Teilweise sind die Bahnen so voll, dass kaum noch Fahrgäste zusteigen können. So sieht es jedenfalls die KVG als Betreiberin der Strecken. Das Unternehmen prüft derzeit, ob künftig auf einer neuen Linie 6 ab Ihringshäuser Straße über die Frankfurter Straße bis zum Schulzentrum Brückenhof Anhänger an die Niederflurbahnen angehängt werden. Eine Ausweitung dieses Angebots auf den Strecken bis Baunatal und Vellmar ist ebenfalls im Gespräch.

Teil der Liniennetzreform 

Die Pläne sind laut KVG-Sprecherin Heidi Hamdad Teil der Liniennetzreform ab 2017. „Wir müssen die Platzkapazitäten erhöhen“, sagt Hamdad. In einer herkömmlichen Straßenbahn haben rund 140 Fahrgäste Sitz- und Stehplätze. Ein zusätzlicher Beiwagen würde noch einmal 60 Plätze bieten. „Das ist deutlich mehr als jetzt“, betont die KVG-Sprecherin. „Aktuell sind die Bahnen zum Teil überbesetzt.“ Ob immer mehr VW-Beschäftigte die Straßenbahn in Richtung VW-Werk nutzen, kann Hamdad allerdings nicht sagen. Das Unternehmen habe keine Statistik über Fahrten zum VW-Werk.

Der Betrieb mit Trams samt Anhänger auf der Strecke bis Baunatal wäre erst in einem zweiten Schritt möglich, erläutert Hamdad. Schließlich müsste man dort auch Haltestellen und Signalisierung für die längeren Züge anpassen. Eine normale Tram ist etwa 30 Meter lang, mit Beiwagen misst der Zug 45 Meter. Für die Strecke nach Baunatal sind die Vorschriften grundsätzlich strenger. Laut Hamdad gelten dort dieselben Bedingungen wie für den Eisenbahnverkehr.

Im Zuge der Liniennetzreform soll auch der Einsatz von Trams mit Beiwagen für die Strecke nach Vellmar untersucht werden. „Zumindest bei einzelnen Fahrten“, so die KVG-Sprecherin. Bislang setzt das Verkehrsunternehmen zu Stoßzeiten Doppelstraßenbahnen auf den Strecken ein. Um die Platzkapazität zu erhöhen, werden einfach zwei herkömmliche Trams aneinandergekoppelt.

Gekauft hat die KVG die Wagen bereits für den künftigen Anhänger-Betrieb. Die 15 Anhänger habe man in Rostock bekommen, erläutert die Sprecherin. Jetzt müssten diese auf die Kasseler Verhältnisse umgebaut werden.

Bremssystem gefordert 

Unter anderem gibt es gegenüber Rostock aufgrund der Steigungs- und Gefällstrecken in Kassel und Umgebung höhere Anforderungen an das Bremssystem.

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