Linke über Ex-Terroristen Klar: „Strafe abgesessen, aber gewisses Befremden“

Christian Knoche

Kreis Kassel. Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar arbeitet für den Linken-Bundestagsabgeordneten Diether Dehm: Am Wochenende sorgte diese Nachricht für Diskussionen. Die Linken der Region sind geteilter Meinung über die Beschäftigung von Klar im Berliner Machtzentrum.

Über die Taten brauche man nicht zu diskutieren, sagt Torsten Felstehausen, Sprecher der Linken im Kreis Kassel. „Er wurde zu Recht verurteilt.“ Aber: „Es gilt das Rechtsstaatsprinzip, er hat seine Strafe abgesessen“, sagt Felstehausen.

Torsten Felstehausen

Er wisse aber nicht, ob Dehm genügend Fingerspitzengefühl bewiesen habe beim Versuch, für Christian Klar einen Hausausweis für den Bundestag zu besorgen. Felstehausen kann verstehen, wenn es wegen Klars Arbeit für den Abgeordneten ein „gewisses Befremden“ gebe. Dieter Dehm müsse sich fragen, wem er damit helfe. „Eine solche Medienpräsenz hätte er besser über Inhalte bekommen“, so der Sprecher.

„Nach 26 Jahren hat jeder einen Anspruch auf Resozialisierung“, sagt Dr. Christian Knoche, Spitzenkandidat der Linken für die Kreistagswahl. „Aber neun Morde bleiben neun Morde“, sagt er. Er könne die Entscheidung Dehms nicht nachvollziehen, „das ist kein kluges politisches Signal“, sagt Knoche. „Ich persönlich würde ihn nicht beschäftigen.“ Dieter Dehm müsse selbst wissen, wie er damit umgehe, „aber ich halte es für unklug, Klar dort zu beschäftigen, wo die Politik tätig ist“. Knoche sei gegen jede Form der Gewalt und Terrorismus. (ren)

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