Lohfelden: Marode Häuser stehen leer

Leerstand ist die Regel: In diesem Haus an der Söhrestraße wohnt längst kein Mieter mehr. Die Briefkästen sind abgeklebt. Foto: Dilling

Lohfelden. Es gibt Hoffnung für die heruntergekommene Siedlung an der Söhrestraße im Herzen Lohfeldens. Der neue Eigentümer, Dr. Achim Riemann, will die 17 Reihenhäuser mit 85 Wohnungen, die in der Vor- und Nachkriegszeit errichtet wurden, nächstes Frühjahr sanieren und die leer stehenden Wohnungen dann neu vermieten. Das sagte er auf Anfrage der HNA.

Vielleicht werde es sogar noch vor Jahresende losgehen, wenn die Baugenehmigung rechtzeitig da sei. Gasanschlüsse für eine Zentralheizung seien schon verlegt worden, erklärte Riemann, der Chef der Acsuri Hausverwaltung in Hofheim ist. Er hat die maroden Häuser vor zwei Jahren von der Monarchis Grundbesitzgesellschaft erworben, wie diese auf Anfrage bestätigte.

Der schlechte Zustand der Häuser sticht Passanten schon länger ins Auge. Putz an Hausfassaden bröckelt, an den meisten Gebäuden fehlen Namensschilder, Briefkästen sind zugeklebt. Man sieht Räume, in denen anscheinend Handwerker plötzlich alles stehen und liegen gelassen haben. Neue Fenster warten auf ihren Einbau, andere sind schon eingesetzt. Neu wirken nur die Haustüren, die die Monarchis seinerzeit hat einbauen lassen, nachdem sie im Frühjahr 2008 die Häuser von der Rheinpfalz-Wohnungsgesellschaft übernommen und vollmundig angekündigt hatte, diese sanieren zu wollen.

Mieter sind ausgezogen

Da kann der langjährige Mieter Heinz Drewes nur bitter lachen. „Die haben mehr kaputt gemacht als repariert“, sagt der Lohfeldener. Handwerker hätten Wohnungen aufgebrochen, weil die Schlüssel fehlten, Firmen hätten ihr Geld nicht bekommen. Die meisten Mieter seien inzwischen selbst ausgezogen oder gestorben, erzählt ein anderer Mieter. Ihm habe die Monarchis einen Briefkasten eingebaut, der dann in sein Schlafzimmer geragt habe, berichtet der Rentner. Einige Mieter schalteten damals Anwälte ein.

Noch keinen Kontakt

„Wir waren froh, als wir gehört haben, dass die Monarchis verkauft hat“, sagt auch Lohfeldens Bürgermeister Uwe Jäger (SPD). Vergeblich habe schon sein Vorgänger Michael Reuter versucht, mit den Verantwortlichen der Gesellschaft zu reden. Dass jetzt der neue Eigentümer die Siedlung sanieren wolle, sei erfreulich. „Das ist ein Anfang“, meinte er. Allerdings sei es ihm noch nicht gelungen, mit Riemann Kontakt aufzunehmen.

Dieses scheint so klar auch nicht zu sein. Er wolle sanieren, neue Heizungen einbauen und Balkone errichten, sagte Riemann gegenüber der HNA. Wie viel Geld er investiere, wolle er nicht sagen. Doch bei der Bauaufsicht des Landkreises Kassel ist ein Bauantrag noch gar nicht eingegangen. „Uns liegt nichts vor“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Außerdem steht die Siedlung als Ensemble unter Denkmalschutz. Das sei allerdings nicht generell ein Hinderungsgrund für den Bau von Balkonen, teilte Kühlborn mit.

Von Peter Dilling

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