Vor Beginn der Bauarbeiten

Nach A7-Bombe am Rasthof Kassel: Es gab vorher Überprüfung

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Der Rasthof Kassel.

Lohfelden. Der Rasthof Kassel war am Donnerstagmittag wegen eines Bombenfunds gesperrt worden. Schon vor Beginn der Bauarbeiten hatte es Untersuchungen zu möglichen Bomben gegeben, dabei wurde aber nichts gefunden.

Eine Untersuchung des Areals am Rasthof Kassel an der A7 auf mögliche Bomben hatte es vor den Bauarbeiten gegeben, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil. „Das wird routinemäßig gemacht, und das ist auch unsere Pflicht.“ Bei der Suche vor Beginn der Bauarbeiten wurde allerdings nichts gefunden.

Gerhard Gossens

Dass eine Bombe nicht bemerkt werde, könne passieren, sagt Gerhard Gossens, Leiter des Kampfmittelräumdienstes (KMRD) beim Regierungspräsidium Darmstadt. „Dinge wie Eisenteile oder Gestein können die Suche mit der Sonde beeinträchtigen und die Daten verfälschen“, erklärt der Experte. Alle Untersuchungen im Vorfeld der Bauarbeiten seien aber korrekt abgelaufen.

Gefunden wurde allerdings keine Stabbrandbombe, wie zunächst berichtet, sondern eine Flüssigkeitsbrandbombe, sagt Gossens. Diese enthalte unter anderem Benzinkautschuk und weißen Phosphor.

„Prima Zusammenarbeit“ 

Im Fall der Bombe an der Rasthof-Baustelle sei die Hülle beschädigt gewesen, deshalb habe es durch den austretenden Phosphor gebrannt. „Es war richtig, dass der Baggerfahrer die Fundstelle wieder mit Erde bedeckt hatte. So wurde der Sauerstoff entzogen“, sagt Gossens, der selbst beim Einsatz an der A 7 dabei war.

Unterstützt wurde er dabei von zwei Mitarbeitern einer Kampfmittelräumfirma. Dass die Polizei schnell reagiert und das Gebiet evakuiert habe, sei richtig gewesen. „Die Zusammenarbeit mit der Polizei lief generell prima“, lobt der KMRD-Leiter.

In einem „dichten Gefäß, durch das kein Sauerstoff dringt“, wurde die Bombe schließlich von den Experten nach Mittelhessen gebracht, wo sie vernichtet wurde.

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