Betreuungsplätze werden knapp: Wird Bücherei zur Kita?

Für wichtige Zwecke umgebaut: Die Außenstelle der Ochshäuser Bücherei in Vollmarshausen wurde kurzfristig zum Kita-Standort für die Einrichtung am Wahlebach in Ochshausen. Archivfoto: Lischper

Lohfelden. Die Lohfeldener CDU-Fraktion will prüfen lassen, ob der Kita-Standort in der Bücherei Vollmarshausen aufrechterhalten werden kann. Und stößt bei einigen Parteien auf Gegenwind.

In der Bücherei sind seit Anfang Juni die Kinder der Kita Ochshausen wegen eines Wasserschadens untergebracht.

„Fakt ist, dass die Kindertagesstätten ab September voll ausgelastet sind“, sagt Fraktionsvorsitzende Birgit Kaiser-Wirtz. Bevor man andere Räumlichkeiten anmiete, wolle man diese Örtlichkeit erhalten. Der Standort biete wegen der Anbindung an die Kita Vollmarshausen eine gute Infrastruktur.

Dass die Kita-Plätze in Richtung Herbst knapp werden, bestätigt Bürgermeister Uwe Jäger (SPD). „Im Moment kriegen wir es noch ganz gut geregelt. Aber wir sind nicht sicher, ob wir wirklich alle Kinder, die im Herbst kommen, unterbringen können.“ Deshalb prüfe man im Moment „alle möglichen Optionen“. Dazu sei man mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und dem Landkreis Kassel im Gespräch. Angesichts der angespannten finanziellen Situation der Gemeinde würde er sich mehr Unterstützung vom Land wünschen. „Der Bund beschließt und die Gemeinden müssen es umsetzen“ - das sei nicht gerecht.

Bücherei müsste schließen 

Unter den anderen Fraktionen ist der Vorstoß der CDU umstritten. Wäre doch eine Konsequenz, dass die Bücherei in Vollmarshausen geschlossen werden müsste. Insbesondere für die Vollmarshäuser Grundschüler sei die Bücherei wichtig, gibt Olaf Köhne (Grüne) zu bedenken. „Das Thema Lesen ist nicht in allen Familien präsent“, deshalb müsse man es den Kindern auf diese Weise nahebringen. Ob man die Büchereien zusammenlegen kann, müsste man prüfen. Auch vor dem Hintergrund, dass sich für den einen Vormittag, den die Bücherei Vollmarshausen geöffnet ist, schwer Ehrenamtliche finden.

Ohne Zahlen zu haben, wie viele Kinder tatsächlich ab Herbst betreut werden müssen, sei die Diskussion zu gewagt, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Eike Bornmann. Die Bücherei zu schließen, sei „die denkbar schlechteste Lösung“. Zudem müsste dort baulich einiges passieren, was wiederum den Haushalt belaste. Einer Entscheidung müsste eine Kosten-Nutzen-Analyse vorausgehen.

Die U2L bezeichnet den CDU-Vorschlag als „praktikabel“. Sollte es zusätzlichen Bedarf an Kita-Standorten geben, müsse in allen Ortsteilen geschaut werden, was möglich ist. Die Bücherei Vollmarshausen sei nicht ohne Grund als Ausweichlösung für die Kita Ochshausen gewählt worden.

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