Ehemaliger Rewe-Markt Lohfelden: Eigentümerin hat an Lidl verkauft

Geschlossen: Der ehemalige Rewe-Markt an der Langen Straße ist seit dem 19. Dezember geschlossen. Lidl hat das Areal gekauft, kann seine Pläne aber offenkundig nicht wie zunächst geplant verwirklichen. Jetzt befürchten Anwohner, dass auch hier – wie am früheren Rewe-Standort an der Hauptstraße – für Jahre Stillstand herrscht. Foto: Wohlgehagen/nh

Lohfelden. In der Diskussion über die Zukunft des ehemaligen Rewe-Standorts an der Langen Straße hat sich - nach monatelangem Schweigen - erstmals die Eigentümerin des Geschäftsgrundstücks zu Wort gemeldet.

In einer der HNA vorliegenden Erklärung bestätigt Monika Fehr, das Objekt an den Discounter Lidl verkauft zu haben.

„Ich bitte Sie, meine getroffene Entscheidung zu respektieren“, heißt es in der Stellungnahme, die dem Bürgermeister Michael Reuter (SPD) und den Fraktionsvorsitzenden der Gemeindevertretung vor der Änderung des mit Lidl vereinbarten Bebauungsplans zuging.

Die beabsichtigte Wirkung erzielte der erst jetzt bekannt gewordene Vorstoß freilich nicht: Wie wir berichteten, beschloss die Gemeindevertretung mit der Mehrheit von SPD und U2L, die auf Lidl und Monika Fehr abgestellte Planung in einen unverbindlichen, allgemeinen B-Plan umzuwandeln. Der geänderte B-Plan ermöglicht auch die Verwirklichung des Rewe-Konzepts oder anderer Lösungen.

Hintergrund der neuen Entwicklung ist das Auftreten eines in Lohfelden ansässigen Projektentwicklers, der vor Weihnachten ein mit Rewe abgestimmtes Markt- und Betreiberkonzept vorstellte und so die vom Parlament noch im Oktober einmütig angenommene Lidl-Planung durchkreuzte. Der Bauplan sei zu massiv, ökologisch bedenklich und nehme keine Rücksicht auf den Erhalt der Arztpraxis. Für das eigene Konzept werde nur die Hälfte eines gemeindeeigenen Grundstücks zusätzlich benötigt, hieß es.

Geschlossen: Der ehemalige Rewe-Markt an der Langen Straße ist seit dem 19. Dezember geschlossen. Lidl hat das Areal gekauft, kann seine Pläne aber offenkundig nicht wie zunächst geplant verwirklichen. Jetzt befürchten Anwohner, dass auch hier – wie am früheren Rewe-Standort an der Hauptstraße – für Jahre Stillstand herrscht. Foto: Wohlgehagen/nh

Mit der vom Parlament verabschiedeten B-Planänderung wird keine bauliche Festsetzung mehr vorgegeben, sondern nur ein Nahversorgungsmarkt mit einer Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern. Die Arztpraxis soll ausdrücklich am Standort erhalten bleiben. Im Oktober wurden die Planungs- und Erschließungskosten noch komplett auf Lidl abgewälzt. Die Kostenlast geht nun an die Gemeinde zurück.

Monika Fehr fühlt sich durch die öffentliche Diskussion „betroffen und belastet“: Rewe habe das Objekt zum Ablauf der Mietzeit geräumt, ohne auf Erweiterungskonzepte oder eine Vertragsverlängerung zu reflektieren, kritisiert sie. Danach habe sie sich zum Verkauf an Lidl entschlossen, so die Immobilieneigentümerin in der Stellungnahme.

Der Discounter Lidl erklärte vor der Änderung der gemeindlichen Leitplanung gegenüber der HNA, an seiner bisherigen Planung festhalten zu wollen.

Das sich abzeichnende Mehrheitsvotum der Gemeindevertretung rief die Opposition auf den Plan (die HNA berichtete). Erstes Opfer des massiven Meinungsstreits innerhalb der Gemeindevertretung ist der SPD-Kommunalpolitiker Walter Berthel, der sein Amt als Vorsitzender des Bauausschusses nach der Kritik an seiner persönlichen Intervention bei Monika Fehr im Anschluss an einen Misstrauensantrag der CDU zur Verfügung stellte.

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