Vor dem Ende der Amtszeit: Lohfeldens Bürgermeister Reuter startet in den Resturlaub

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In den letzten Zügen seiner Amtszeit: Bürgermeister Michael Reuter (SPD) verabschiedet sich nach zwei Amtszeiten von seinem Schreibtisch im Rathaus und tritt den Resturlaub an.

Lohfelden. Zwei Amtszeiten lang war SPD-Mann Michael Reuter Bürgermeister von Lohfelden. Mit seiner Leistung ist er zufrieden. Jetzt warten neue Herausforderungen auf ihn.

„Ersetze die Angst vor Neuem mit Neugierde“ - dieser Satz steht in englischer Sprache auf einer Hauswand in Kopenhagen. Ein Foto davon ziert den Computerbildschirm von Michael Reuter (SPD) im Rathauszimmer Nummer 62. Den Platz des Rathaus-Chefs muss er demnächst räumen, heute schon tritt er seinen Resturlaub an - den Spruch nimmt er als Lebensmotto mit.

Denn mit dem Ende seiner Amtszeit als Bürgermeister von Lohfelden endet nicht seine Lust auf Herausforderungen. Auf ihn warten Aufgaben in verschiedenen Bereichen, denen er sich mit Energie widmen will - allerdings nach eigenem Zeitplan. Auch mal bis sieben Uhr schlafen, Termine flexibler legen, die Wochenenden für Theaterbesuche und Musik nutzen und sich auf die anstehenden Marathon-Läufe vorbereiten, darauf freut er sich. „Unsere Freunde sind in den letzten Jahren zu kurz gekommen“, erzählt der 57-Jährige. Jetzt bleibe zudem mehr Zeit für die Töchter: Für Lena (31), die in Kopenhagen lebt und als Unternehmensberaterin arbeitet und für Yanika (27), die in Hamburg Kulturwissenschaften und europäische Ethnologie studiert. „Die Schwestern bereisen gern gemeinsam die Welt“, berichtet Reuter, nun könne man mal wieder mit der ganzen Familie an die Nordsee fahren.

Dass er nicht noch einmal zur Wahl angetreten ist, habe gesundheitliche Gründe. Arbeiten wolle er aber nach wie vor - allerdings freiberuflich, er gehe ja nicht in den Ruhestand. Es handle sich um eine beratende Tätigkeit, die mit Kommunalpolitik zu tun hat.

„Ich bin ein politischer Mensch und werde das auch bleiben.“ Seit dem Beginn seiner Amtszeit 2004 habe er das Ziel verfolgt, im Jetzt und Hier zu denken. Da sei er dem Denken Willy Brandts zugewandt, über den er schon als Schüler in der Schülerzeitung geschrieben habe. „Jeder Tag bringt Herausforderungen, denen man sich stellen muss.“ Als Bürgermeister habe er versucht, den Menschen Antworten zu geben. „Antworten sind nicht immer einfach - aber unverzichtbar.“

Um Vermittlungsarbeit werde es auch in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit gehen, die er ausbauen möchte. Hierzu möchte er noch nichts Genaues sagen, es habe aber mit Kultur und Flüchtlingen zu tun. Und vielleicht wird etwas von dem veröffentlicht, das er bislang für die Schublade geschrieben hat.

Er habe das Bestmögliche rausgeholt, sagt der gebürtige Ochshäuser Michael Reuter über seine beiden Amtszeiten. Statt in die Fußstapfen seines Vorgängers Bernhard Blanck zu treten, habe er eigene Pfade betreten: den Lohfeldener Rüssel besiedelt und die Wirtschaft gestärkt, den Bildungsbereich gefördert, Bodenmanagement betrieben. Eine „enkeltaugliche Politik“ war ihm wichtig, also für die nachfolgende Generation vorzusorgen. Bedauern drückt er über das nicht zustande gekommene Energiezentrum an den Richterhallen aus. „Das wäre mein Wunsch gewesen.“

Bis zur Amtsübergabe an seinen SPD-Kollegen Uwe Jäger werde er noch Termine wahrnehmen. Bei der Sitzung der Gemeindevertretung am 31. Mai, 18 Uhr, wird er sich dann mit eigenen Worten von seiner Geminde, die er "immer in seinem Herzen tragen" will, verabschieden.

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