Erfolg für Bürger in Ochshausen: Brummis über 3,5 Tonnen müssen raus

Erfolgreich: Mit Bannern hatten Anwohner auf den Lkw-Lärm aufmerksam gemacht, jetzt soll es ruhiger werden. Archivfoto:  Wohlgehagen

Lohfelden. Im Streit um den Lkw-Verkehr im Lohfeldener Ortsteil Ochshausen gibt es nun eine Lösung: Das Regierungspräsidium (RP) Kassel sperrt auf dem Gemeindegebiet der Gemeinde Lohfelden die Kreisstraßen 8, 10 und 11 für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Allerdings sind Be- und Entlader der Stadt Kassel und des Landkreises Kassel davon ausgenommen.

Zu dem nicht öffentlichen Gespräch im Kassler RP kamen mehrere Vertreter der Bürgerinitiative, Mitarbeiter des RP und von Hessen Mobil sowie von Stadt und Kreis Kassel und Bürgermeister Michael Reuter (SPD).

„Intensive Verkehrsuntersuchungen und darauf beruhende Lärmgutachten“ hätten ergeben, dass „die Lärmbelastungen auf den genannten Kreisstraßen erheblich sind“, teilt RP-Sprecher Michael Conrad mit. Teilweise würden Grenzwerte nicht nur erreicht, sondern auch überschritten.

Gespräch mit Spediteuren 

Festgestellt worden war auch, dass der Ziel- und Quellverkehr sehr hoch ist. Fahrten zwischen den Industriegebieten Kassel-Waldau und Kaufungen-Papierfabrik könnten weiterhin stattfinden.

Mit der Lösung ist Rudi Gippert zufrieden. Der Anwohner und Gemeindeälteste war bei dem Termin dabei. „Dass ein komplettes Verbot nicht machbar ist, wurde uns sehr sachlich erklärt“, sagt er. Aber man habe den Anwohnern entgegen kommen wollen. Deshalb nun das Verbot der Lkw über 3,5 Tonnen.

Bürgermeister Michael Reuter freut sich, dass „das RP alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft hat“. Er möchte nun mit den örtlichen Speditionen das Gespräch suchen und ausloten, ob die Lkw-Fahrer möglicherweise verstärkt die Autobahnen nutzen könnten.

Heidi Rudolph, Sprecherin der Bürgerinitiative, ist nicht ganz zufrieden mit der Lösung. „Wir haben das absolute Verbot nicht erreicht“, sagt sie. Das sei das Ziel gewesen. „Wir warten jetzt erst einmal ab und bleiben optimistisch“, sagt Rudolph.

Anfang nächsten Jahres soll das Verbot gültig werden, wahrscheinlich im Januar oder Februar. Zunächst muss ein Plan für die Beschilderung gemacht, dann müssen die Schilder noch hergestellt werden. In einem Jahr solle die Wirksamkeit des Verbots überprüft werden, so Michael Conrad.

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