Künftig nur noch Reserve-Unterkunft

Ehemaliges Gartencenter in Lohfelden: Flüchtlinge müssen umziehen

Reserve: Das ehemalige Gartencenter in Lohfelden.

Fuldatal / Lohfelden. Die hessischen Erstaufnahmen für Flüchtlinge werden neu geordnet und organisiert. Stefan Grüttner (CDU), Minister für Soziales und Integration, stellte die Pläne jetzt vor.

Demnach wird die Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal weiterhin genutzt werden, das Gartencenter in Lohfelden trägt jetzt den Vermerk „Reserve“. Die 90 Flüchtlinge, die derzeit dort untergebracht sind, werden auf andere Einrichtungen verteilt. Der Zeitplan ist noch unklar.

Man wolle „so adäquat mit den derzeit vergleichsweise niedrigen Belegungszahlen umgehen können, ohne parallel zu viel Leerstand zu haben“, sagte Grüttner. Für die Unterkunft in Lohfelden bedeutet das, dass die aktuell noch 90 dort lebenden Menschen umziehen werden. Der Standort wird dann stillgelegt, zumindest vorerst. Kommen wieder mehr Flüchtlinge in die Region, werden dort auch wieder Menschen untergebracht.

An welche Standorte die Flüchtlinge aus Lohfelden ziehen werden, ist noch nicht klar, sagt Michael Conrad, Sprecher des Kasseler Regierungspräsidiums, auf HNA-Nachfrage. Auch der Zeitpunkt der Räumung ist bislang noch nicht benannt. „Alles das wird jetzt ausgearbeitet“, so Conrad. Noch nicht abschließend geklärt sei, was in Kassel und was in Gießen in der Hessischen Erstaufnahme-Einrichtung (HEAE) geregelt werde. Wie lange der Mietvertrag für das ehemalige Gartencenter in Lohfelden noch läuft, weiß Conrad nicht. Er geht aber davon aus, dass er „noch länger laufen wird“.

Lohfeldens Bürgermeister Michael Reuter (SPD) nimmt die Entscheidung aus Wiesbaden „zur Kenntnis“. Das gebe ihm die Gelegenheit, allen Helfern zu danken, die sich vor Ort engagiert haben, sagt er. Die weitere Entwicklung sei nicht absehbar.

23 Standorte schließen

Martin Gronemann, Büroleiter der Gemeinde Fuldatal, ist froh, „dass die Landesregierung jetzt für alle Beteiligten Klarheit geschaffen hat“. Dass in der Fritz-Erler-Anlage weiterhin Flüchtlinge aufgenommen werden, sei eine „Bestätigung der Arbeit“.

Gronemann rechnet damit, dass die alte Kaserne nun künftig stärker belegt wird. Aktuell sind 280 Menschen dort untergebracht. Der Umbau ist nahezu abgeschlossen, dann könnten insgesamt 900 Menschen dort leben.

Hessenweit werden die aktiven Einrichtungen auf 19 Standorte reduziert mit dann rund 20 000 Plätzen. Als Reserve gelten dann neben Lohfelden 19 weitere Standorte mit etwa 15 000 Plätzen. 23 Standorte werden laut Grüttner komplett geschlossen. Derzeit kommen laut Minister nur noch rund 50 Flüchtlinge pro Tag in Hessen an.

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