Improvisationstheater für Demenzkranke: Kleine Szenen, großes Glück

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Audienz bei der Majestät: Sozialpädagogin und Schauspielerin Stephanie Braun (links) improvisiert mit Helga Henkel eine Szene.

Lohfelden. "Ich bin ein Star“, ruft Helga Henkel und erntet Applaus. An diesem Vormittag darf die Seniorin jeder sein: Schauspielerin in Abendgarderobe und Königin.

Möglich macht das Stephanie Braun mit ihrem Improvisationstheater für Demenzkranke. 

Abwechslung

Im Pflegeheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) im nordhessischen Lohfelden sind die Besuche von Sozialpädagogin und Schauspieltrainerin Stephanie Braun eine besondere Abwechslung vom Alltag. Dann erarbeitet sie gemeinsam mit demenzkranken Menschen kleine, improvisierte Szenen. „Es kommt nicht auf eine große Handlung an. Vielmehr geht es um Emotionen“, sagt Braun, die ab und an auch als Clown im Seniorenheim zu Gast ist. Denn über Gefühle könne man selbst Menschen erreichen, bei denen die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist.

Viel Spaß

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Beim gemeinsamen Improvisationstheater wird schnell deutlich, was Stephanie Braun damit meint. Es braucht ein paar Minuten, bis sich die Senioren auf das Spiel einlassen. Doch dann genießen sie ihre kurzen Auftritte und steuern witzige Ideen bei. Eine Teilnehmerin erzählt begeistert von ihrem Besuch bei der Queen, eine andere gibt Tipps gegen die Kälte: „Wir müssen hüpfen und tanzen, dann wird uns warm.“

Es wird gesungen und gelacht, und wenn einmal was nicht klappt, ist das gar nicht schlimm. „Beim Improvisationstheater gibt es kein Richtig oder Falsch“, erklärt Laienschauspielerin Renate Kohnke, die Stephanie Braun bei ihrer Arbeit unterstützt. Vielmehr gehe um den Spaß am Spiel. „Zu erleben, dass sie selbst noch etwas leisten können, macht die Menschen glücklich“, sagt Stephanie Braun. Und auch sie selbst empfindet die Erfahrung mit Demenzkranken als große Bereicherung: „Das ist ein Herzensjob für mich – und das Lachen der Menschen meine größte Belohnung.“ Sie hoffe, dass sich das Improvisationstheater für Menschen mit Demenz zu einem regelmäßigen Angebot im ASB-Pflegeheim entwickeln wird.

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