Diskussion um neuen Lebensmittelmarkt

Lidl oder Rewe - wer punktet in Lohfelden?

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Es ist ruhig geworden am früheren Rewe-Standort: Der seit Jahrzehnten an dieser Stelle betriebene Nahversorgungsmarkt wurde noch im alten Jahr geschlossen.

Lohfelden. Zwei Bewerber sind im Rennen um die Ansiedlung eines neuen Lebensmittelmarktes in Lohfelden. Entscheiden wird darüber jetzt das Parlament.

Bleibt die Tür für Lidl in Lohfelden nun doch verschlossen? Beobachter halten eine Kehrtwende der Gemeindevertretung für nicht ausgeschlossen.

Ende November hatte sich das Parlament noch einmütig hinter die Neubau-Pläne des in Neckarsulm ansässigen Lebensmittel-Discounters ausgesprochen. Dann brachte sich Platzhalter Rewe - für viele überraschend - doch noch ins Spiel: Wie wir berichteten, präsentierte der Projektentwickler Werner Clemens (WCP) der Gemeindeverwaltung vor Weihnachten eine Konzeption für die Rückkehr des Kölner Handelsriesen Rewe an den bisherigen Standort in der Langen Straße.

Rewe wollte sich bisher öffentlich nicht zu den Plänen äußern, soll nach neueren Informationen unserer Zeitung aber gegenüber dem Rathaus schriftlich erklärt haben, mit Clemens übereinzustimmen und den Standort Lange Straße betreiben zu wollen.

Gelassene Reaktion 

Die Reaktion aus Neckarsulm fällt gelassen aus: „Die alternativen Pläne des Wettbewerbers wurden als Anregung im Bebauungsplanverfahren eingereicht.“ An den eigenen Plänen, auch zum Zeitablauf, habe sich nichts geändert, so Lidl-Sprecher Tobias Mense auf Anfrage der HNA.

Die Eigentümerin des Geschäftsgrundstücks, Monika Fehr (Lohfelden), hat sich zu den mit Lidl getroffenen Vereinbarungen und auch zum Alternativkonzept von Rewe bisher nicht geäußert. Es darf also darüber gerätselt werden, welche Entscheidungen sie letztlich treffen wird.

Schlüsselrolle 

Der Gemeindevertretung kommt eine Schlüsselrolle zu: Sie entscheidet über das Schicksal des mit Lidl auf den Weg gebrachten Bebauungsplans und über den Verkauf eines zusätzlich benötigten rückwärtigen Grundstücks an den Investor.

In welche Richtung das Pendel ausschlägt, ist noch nicht zu übersehen: Die SPD-Mehrheitsfraktion will sich in dieser Woche dezidiert mit dem Rewe-Konzept befassen, so Vorsitzender Norbert Thiele. Die CDU reagierte auf eine Anfrage der HNA bisher nicht. Jürgen Kirchner (Unabhängige Liste) begrüßt die Pläne des Vollsortimenters Rewe, weil wesentliche Gebäudeteile, auch die Arztpraxis, erhalten bleiben und das Feuchtbiotop hinter dem Gebäude weniger belastet werde.

„Vor den Kopf gestoßen“ 

Die Grünen wollen sich erst äußern, wenn ihnen die Pläne vorliegen. Aber so viel: Rewe habe die Möglichkeit gehabt, am Standort neue Verträge zu schließen, sagte Miriam Würth-Kresevjlak. Letztlich seien die Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen worden, so die Gemeindevertreterin.

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