Lindenberg-Urteil: Ein Schlag ins Kontor

Die Gemeinde Lohfelden muss Millionen an die enteigneten früheren Eigentümer des Neubaugebietes Lindenberg zahlen. Ein Kommentar dazu von Peter Ketteritzsch.

Das Urteil der Frankfurter Richter bedeutet für die Gemeinde Lohfelden einen Schlag ins Kontor, und für den neuen Bürgermeister Uwe Jäger ist es ein Debakel. In Zeiten knapper Kassen muss er nun sehen, wo er die geschätzt drei Millionen Euro herbekommt, auf die die einstigen Grundstückseigentümer vom Lindenberg Anspruch haben - wohlgemerkt sofort. Mitleid muss man mit den Kommunalpolitikern indes nicht haben. Unter der Ägide der Bürgermeister Blank und Reuter haben sie erst die Enteignung beschlossen und dann die Betroffenen zu gering entschädigt. Und waren dann, als sich die Betroffenen juristisch zur Wehr setzten, nicht zu einem Kompromiss bereitet. Wären sie es gewesen, hätte die Gemeinde nicht nur viel Geld gespart, sondern auch einen glaubwürdigen Beitrag zur Befriedung in Lohfelden geleistet. Die Leidtragenden des Urteils, dafür braucht es nicht viel Fantasie, werden die Bürger der Söhregemeinde sein. Wegen der fehlenden Einsicht ihrer Vertreter wird womöglich Geplantes nicht verwirklicht werden können.

Bernhard Blank hat in den Jahren zwischen 1992 und 2004 als unkonventioneller, hemdsärmeliger Macher viel Gutes für Lohfelden bewirkt. Mit dem Thema Lindenberg hat er der Gemeinde allerdings eine schwere Hypothek hinterlassen.

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