Lkw-Durchfahrtverbot in Lohfelden: Noch immer keine Tafeln

Er wartet noch immer auf die Schilder: Rudi Gippert (75), Vertreter der Bürgerinitiative und CDU-Mitglied, wohnt direkt an der Kreuzung, die täglich viele Lastwagen passieren. Archivfoto: Lischper

Lohfelden. Seit Anfang des Jahres ist es angeordnet und noch immer weisen keine Schilder darauf hin: Das Durchfahrtverbot für Lkw über 3,5 Tonnen in Ochshausen. Die Bürger sind verärgert.

Bis die Schilder für das Lkw-Verbot im Lohfeldener Ortsteil Ochshausen stehen, wird es noch mindestens vier bis sechs Wochen dauern. Laut Kreissprecher Harald Kühlborn sei die Frist für die Ausschreibung zu den Schildern nun abgelaufen.

Firmen hatten sich um den Auftrag bewerben können. Jetzt gehe es darum, die Bewerbungen zu sichten und auszuwerten, so Kühlborn auf HNA-Anfrage. Die ausgewählte Firma habe dann noch einen gewissen Spielraum, um die Schilder zu produzieren.

Dass es so lange brauche, bis die Schilder aufgestellt werden können, begründet Kühlborn mit den Anforderungen. Die Schilder müssten eine besondere Größe haben. Diese wiederum erfordere die Einbettung in ein Fundament. In diesem Fall sei daher nicht die Straßenmeisterei zuständig, sondern die Herstellung müsse eine Spezialfirma übernehmen. Die Kosten dafür tragen die Gemeinde Lohfelden sowie Stadt und Landkreis Kassel.

Wie berichtet, sollen die Schilder den Durchfahrtverkehr von Lkw minimieren. Die Kreisstraßen 8, 10 und 11 sollen dazu für Lastwagen über 3,5 Tonnen gesperrt werden. Das Regierungspräsidium reagierte mit dem Verbot auf die hohe Belastung des Ortsteils durch Lkw. Anhand von Messungen war eine erhebliche Lärmbelastung festgestellt worden. Neben dem kontinuierlichen Durchfahrtverkehr nutzen Lastwagenfahrer die Kreisstraßen gern als Umleitung, wenn es einen Stau auf der Autobahn 7 gebe, klagte die Bürgerinitiative, die sich im Ortsteil aus Protest gebildet hatte.

Nicht von dem Durchfahrtverbot betroffen sind allerdings Be- und Entlader aus Stadt und Landkreis Kassel, die zum Beispiel Supermärkte beliefern, sowie Lkw ansässiger Unternehmen, darunter viele Speditionen. Fahrten zwischen den Industriegebieten Kassel-Waldau und Kaufungen-Papierfabrik können trotz der Schilder stattfinden.

Das Verbot war bereits Anfang des Jahres angeordnet worden (HNA berichtete). Dass es noch immer keine Schilder gebe, die darauf hinweisen, verärgere die Anwohner, berichtet Gemeindeältester und Mitglied der Bürgerinitiative, Rudi Gippert.

„Man vertröstet uns die ganze Zeit. Das ist nicht befriedigend.“ Er habe den Eindruck, dass die Sorgen der Bürger nicht ernst genommen werden - dafür würde auch sprechen, dass Anfang des Jahres die falschen Schilder bestellt worden seien, womit sich die ganze Sache noch weiter hinausgezögert habe.

Ob sich mit dem Aufstellen der Schilder etwas an der Belastung des Ortsteils ändert, sieht Gippert skeptisch: „Das müssen wir sehen, wenn es so weit ist.“ Die Nachfrage bei der Gemeinde ergab, dass auch die Verwaltung „mit Spannung“ den Schildern entgegenblickt.

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