Lkw-Verkehr in Lohfelden: „Lkw-Verbot bringt nichts“

Lastwagen fahren noch immer durch Lohfelden: Eingeschränktes Lkw-Verbot hat laut Anwohner nichts gebracht. Sie fordern polizeiliche Kontrollen. Archivfotos:  Geier

Lohfelden. Seit April dieses Jahres sollen Verbots-Schilder die Zahl der Lkw in Lohfelden verringern. Doch es hat sich seitdem nicht viel getan, sagen Anwohner.

Es kracht auf der A 7 und im Minutentakt rauschen die Lastwagen die Lohfeldener Straßen entlang, berichtet Rudi Gippert, der seit Mitte der 1990er-Jahre um ein Fahrverbot ringt. „Die Schilder, die solchen Berufskraftfahrern die Durchfahrt durch Lohfelden verbietet, bringen nichts. Alle ignorieren sie.“

Aber auch ohne Unfall und dem dadurch resultierenden Stau schieben sich die Lastwagen durch Lohfelden, obwohl sie dort nur eine Abkürzung suchen. Seit Ende April ist dies aber verboten, denn damals wurden Schilder aufgestellt: „Be- und Entlader in der Stadt Kassel und im Landkreis frei“. Trotzdem fahren immer noch Lastwagen durch Lohfelden - auch solche mit ausländischem Kennzeichen.

Mehr Kontrollen 

Das bestätigt Heidi Rudolph von der Bürgerinitiative Ochshausen. „Ohne Kontrollen bringen die Schilder nichts.“ Denn auf die acht kleinen Schilder würde kaum ein Fahrer achten. Der Lastwagenverkehr in Lohfelden würde nicht von Polizeibeamten kontrolliert. Jeden Tag donnern allein 30 Kieslaster die Ochshäuser Straße entlang, „aber das sind Anlieger, die zu den Herkules Werken unterwegs sind“. In diesem Fall ist die Handhabe auch schwierig, denn Anlieger dürfen die Ortsdurchfahrten entlang der Kreisstraßen K8 (Ochshäuser Dorfstraße), K10 (Eschweger Straße) und K11 (Waldauer Weg) nutzen.

Mit dem eingeschränkten Fahrverbot war Heidi Rudolph nie zufrieden, sie reichte schon Ende März eine Petition beim hessischen Verkehrsministerium ein. Ihre Forderung: Ein totales Fahrverbot für Lastwagen in Lohfelden. Eine Antwort lässt noch auf sich warten. Auf Anfrage der HNA teilte das Ministerium mit, dass in den nächsten Wochen eine Antwort an Frau Rudolph erfolgen würde. Welche Chancen auf Erfolg die Petition hat, dazu wollte sich das Ministerium nicht äußern.

Verkehrszählung im Herbst 

Jetzt pochen die Anwohner auf eine Kontrolle der Lastwagen. Die fehlt aber bislang. Polizeisprecher Torsten Werner erklärte auf Anfrage, dass die Beamten in Hinblick auf die Lage sensibilisiert worden sind. „Das Polizeipräsidium Nordhessen kann keine seriöse Einschätzung zur Einhaltung des Lkw-Durchfahrtsverbotes in Lohfelden abgeben“, berichtet er. Im Rahmen des Streifendienstes seien einzelne Kontrollen vorgenommen worden, diese würden aber nicht genügend Überblick über die aktuelle Lage geben. Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) ist davon überzeugt, dass die Autofahrer noch Zeit brauchen, um sich an die Schilder zu gewöhnen. „Die Fahrer müssen sie erst einmal wahrnehmen“, sagte er gegenüber der HNA. Er wolle aber die Situation im Auge behalten und mit den Anwohnern sprechen.

Jäger sieht zudem einer Verkehrszählung im Herbst dieses Jahres positiv entgegen. Von ihr verspricht sich der Rathauschef Aufschluss über den Umfang der Verstöße gegen das Verbot.

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