Lkw-Verkehr: Neue Zählung in Lohfeldener Ortsteil Ochshausen

Viel Schwerlastverkehr: Ein Termin mit allen Beteiligten wurde kurzfristig abgesagt. Nun soll im Dezember erneut über Maßnahmen gegen den Lkw-Verkehr gesprochen werden. Archivfoto:  nh

Lohfelden. Bürgermeister, Anwohner, Hessen Mobil, Regierungspräsidium und Polizei wollten über den Schwerlastverkehr im Lohfeldener Stadtteil Ochshausen diskutieren. Doch der Termin wurde kurzfristig abgesagt. Nun soll es Mitte Dezember ein Treffen geben.

Anwohner und Bürgerinitiative kündigen schon jetzt an, sich nicht vom Kurs abbringen lassen zu wollen. Sogar wöchentliche Proteste könnten sie sich vorstellen.

„Wir sind enttäuscht, dass der Termin abgesagt wurde“, sagt Anwohner und Gemeindeältester Rudi Gippert (CDU). Heidi Rudolph, Sprecherin der Bürgerinitiative, geht es ähnlich. Nun hoffen sie darauf, Mitte Dezember ihr Anliegen durchbringen zu können und den Lkw-Verkehr aus Ochshausen zu verbannen. Das hessische Verkehrsministerium hatte vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass ein komplettes Verbot nicht rechtssicher sei. „Wir wollen uns davon aber nicht abbringen lassen“, betont Rudolph. „Die Lkw müssen nicht durch Lohfelden fahren, sie können auf der Autobahn bleiben.“ 400 Laster seien es am Tag, 8000 Fahrzeuge insgesamt. „Der Krach ist unglaublich, das geht an die Lebensqualität.“

Nach Verkehrsmessungen von Hessen Mobil gab es von Seiten der Anwohner viel Kritik (HNA berichtete). Nun hat das Regierungspräsidium (RP) Kassel eine neue Zählung gemacht und dabei Amtshilfe von der Polizei bekommen. Die Ergebnisse, sagt RP-Sprecher Michael Conrad, werden bei dem Termin Mitte Dezember vorgestellt.

Ihr Anliegen haben die Lohfeldener kürzlich in einem Brief an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) deutlich gemacht - und nun auch eine Antwort erhalten. Allerdings sei die eher schwammig, sagt Rudolph. Man werde versuchen, eine annehmbare Lösung zu finden, schrieb der Minister.

Mit Unterstützung der Gemeine Lohfelden rechnen weder Rudi Gippert noch Heidi Rudolph. „Wir sind von der Verwaltung enttäuscht, man stellt sich dort nicht voll hinter die Sache“, beklagt Gippert. Hauptamtsleiter Kai Hast kann die Kritik nicht nachvollziehen. Es sei auch im Interesse der Gemeinde, die Anwohner zu entlasten. „Auch wir drängen auf eine Entscheidung“, sagt Hast auf HNA-Nachfrage. Man habe bei den Behörden „mit Nachdruck“ auf den Antrag der Gemeinde auf ein Lkw-Durchfahrtverbot hingewiesen.

Die Anwohner wollen weiter auf ihr Anliegen aufmerksam machen - vielleicht sogar durch Proteste, sagt Rudolph. „Wir lassen uns nicht vertrösten.“ SPD-Landtagsabgeordneter Timon Gremmels will nun „zeitnah klären, welche Möglichkeiten es gibt“.

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