Lohfelden: 150 E-Mobilisten kamen zu Treffen am Rüssel

Fans von Elektroautos: Christiane und Jörg Bräutigam fahren ihren Renault Twizy seit drei Jahren. Allerdings mussten sie nach ihrer Bestellung ein Jahr auf das Fahrzeug warten. Jetzt fahren sie fast nur noch elektrisch. Fotos: Tina Hartung

Lohfelden. Beim Elektroauto-Treffen am Lohfeldner Rüssel präsentierten am Wochenende rund 150 E-Mobil-Besitzer aus ganz Deutschland ihre Fahrzeuge.

Dort, wo Benziner ihren Motorraum haben, befindet sich beim Auto von Werner Hillebrand-Hansen ein kleiner Stauraum. Hillebrand-Hansen fährt einen Tesla, der rein elektronisch angetrieben wird. Über 500 Kilometer ist er gestern von Starnberg zum Elektroauto-Treffen zum Autohof Lohfeldener Rüssel gefahren. Rund 150 Fahrer mit 90 Elektroautos aus ganz Deutschland waren zu dem Treffen - einem der größten in Hessen - gekommen. Sie tauschten Erfahrungen aus und machten sich später auf den Weg zu einer Ausfahrt.

Viele der Weitgereisten wollten beweisen, dass es auch für Elektro-Mobilisten machbar ist, große Strecken mit ihren Fahrzeugen zurückzulegen. „Mittlerweile gibt es deutschlandweit genug Ladesäulen“, betonte Organisator Marc Boll. Auch am SVG-Autohof Lohfeldener Rüssel ist es seit November vergangenen Jahres möglich, die Batterie seines Autos im Schnellladeverfahren innerhalb von 30 Minuten zu 80 Prozent wieder aufzuladen. Die EAM hat gemeinsam mit dem Autohof einen Ladestandort für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen, an dem alle aktuellen Standards der Ladeanschlüsse angeboten werden.

Aurel Liphardt betreibt eine Solarstrom-Tankstelle in Wickenrode. „An meinen Kunden merke ich, dass Elektrofahrzeuge auf dem Vormarsch sind“, sagte er. Elektroautos sind günstig in der Unterhaltung und schonen die Umwelt - dennoch sind sie vielen Leuten zu teuer in der Anschaffung. Deshalb zieht der Staat einen finanziellen Anreiz von 5000 Euro für die Anschaffung in Erwägung. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Renault, Kia, BMW, Volkswagen und andere namhafte Hersteller setzen bereits auf die Technologie für die Mobilität der Zukunft.

Dennoch sieht Marc Boll ein großes Problem: „Die Entwicklung von Elektromotoren geht weltweit rasant voran, aber in Deutschland wird der Verkauf von den Händlern blockiert“, sagte er und erklärte, sein Auto bei einem Händler in Hamburg geholt zu haben. Der Gewinn sei für die Händler, unter anderem wegen der geringen Folgekosten, viel niedriger als an einem herkömmlichen Benziner, so Boll. Deshalb hätten viele Händler keine Elektroautos im Angebot. Jörg und Christiane Bräutigam mussten sogar ein Jahr auf ihren Renault Twizy, den sie jetzt seit drei Jahren fahren, warten. Sie finden ihren Zweisitzer „super genial“ und seien nur noch mit dem Elektroauto unterwegs, sagten die beiden Trendelburger. Nur auf sehr weiten Strecken, wie bei einer Urlaubsreise, würden sie den Benziner aus der Garage holen.

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