Viertelfinal-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden

Lohfelden schnupperte im Hessenpokal an der Sensation

Lohfelden. Wer trotz Niederlage stolz das Spielfeld verlässt, kann nicht viel falsch gemacht haben. Die Fußballer des FSC Lohfelden sind zwar im Viertelfinale des Hessenpokals ausgeschieden, doch beim 1:4 (0:1, 1:1) nach Verlängerung gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden zeigte der Hessenligist „eine tolle Leistung“, wie Trainer Otmar Velte nach den 120 Minuten feststellte.

Einziger Makel: Die tolle Leistung wurde nicht belohnt. Anders ausgedrückt: Lohfelden war dicht dran an der Pokalsensation. Der krasse Außenseiter hätte es verdient gehabt, ins Elfmeterschießen zu gehen – nur elf Minuten fehlten den Gastgebern. Aber in der Verlängerung zeigte sich der entscheidende Unterschied zwischen dem Fünft- und dem Drittligisten: „Bei uns haben die Kräfte nicht mehr gereicht“, sagt Velte. Die Folge: Die Gäste hatten erstmals an diesem Samstag mehr Platz, prompt schlugen sie in Person von Luca Schnellbacher zu (109. Minute) – 1:2 aus Sicht der Nordhessen. Dass der Ex-Kölner Profi Kevin Pezzoni (113.) sowie Jules Schwadorf (114.) das Resultat für die enttäuschenden Wehener auf 4:1 schraubten – geschenkt.

Abgesehen vom Ergebnis waren die Gastgeber rundum zufrieden. „Wir haben uns sehr gut verkauft und wenig zugelassen“, sagte Nasuf Zukorlic. Der Lohfeldener Angreifer hatte in der ersten Hälfte die größte Chance aus dem Spiel heraus, doch bei seinem Flachschuss zeigte Gästetorwart Max Reule seine Klasse (19.). Diese Szene besaß Symbolcharakter: Der FSC stellte sich gegen den haushohen Favoriten nicht nur hinten rein, sondern versuchte mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen.

Das gelang direkt nach Wiederanpfiff. Kurz vor der Pause hatte Kevin Schindler mit einem Schuss ins lange Eck für das schmeichelhafte Wehener 1:0 gesorgt (40.). Die meisten der 400 Zuschauer im Nordhessenstadion dürften vermutet haben, dass sich Lohfelden von diesem Dämpfer nicht mehr erholt. Denkste! Der FSC kam zurück. Maximilian Blahout schlägt einen langen Pass aus der eigenen Abwehr, der Ball landet bei Zukorlic, der bleibt ruhig und lässt dieses Mal Torwart Reule keine Chance – 1:1 (48.). Spätestens ab diesem Zeitpunkt lag eine Überraschung in der Luft.

Denn auch im Verlauf der zweiten Hälfte schafften es die Fußballer aus der dritten Liga nicht, dominant aufzutreten und sich klare Möglichkeiten herauszuspielen. Okay, die Platzverhältnisse ließen sicher keinen Zauberfußball zu. Aber warum die Gäste fast ausschließlich mit langen Bällen operierten, anstatt ihre technische Überlegenheit auszuspielen, wird wohl das Geheimnis von Wehens Trainer Torsten Fröhling bleiben. Der sprach von einem „typischen Pokalspiel mit viel Kampf“. Lohfelden sei über sich hinausgewachsen.

Von einem Zwei-Klassen-Unterschied war über weite Strecken nichts zu spüren. Der Fünftligist kämpfte aufopferungsvoll. „Schade“, fasste Zukorlic die Gefühlslage nach einem unterhaltsamen Pokalnachmittag zusammen.

Rubriklistenbild: © Symbolbild/picture alliance/dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.