Lohfeldener Richterhallen sind verkauft - Kasseler Firma übernimmt Industriebau

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Unternehmen mit Zukunft: Mit Bauteilen der Firma Schmidtsche Schack werden mehr als die Hälfte aller weltweit verwendeten Kunststoffe hergestellt. Das Bild zeigt Geschäftsführer Karsten Stückrath neben einem Mitarbeiter, der an einem Spaltgaskühler schweißt.

Lohfelden/Kassel. Seit zehn Jahren produziert die Kasseler Firma Schmidtsche Schack (Arvos GmbH) in den Richterhallen in Lohfelden.

Bislang hatte sie für diesen Standort an der Langen Straße einen Mietvertrag mit der in Alheim im Kreis Hersfeld-Rotenburg ansässigen Kirchner Solar Group. Jetzt hat die Schmidtsche Schack Grundstück und Immobilien gekauft.

Wo einst ein Energiezentrum entstehen sollte, das Besuchern erneuerbare Energie erklärt, werden riesige Bauteile gefertigt: Kühler für Anlagen zur Gewinnung von Gas und Rohöl. „Die Hallen haben die optimale Größe für die Fertigung der tonnenschweren Bauteile“, sagt Geschäftsführer Karsten Stückrath.

Außen werden noch Feinarbeiten gemacht: Das Bild zeigt die Richterhallen von der Langen Straße aus. Archivfoto: Hedler

Jetzt, wo man der Eigentümer der Immobilie sei, wolle man in den Ausbau des Maschinenparks investieren - in automatische Schweißportale zum Beispiel. Innen soll zudem der Sozialbereich ausgebaut werden, etwa die Duschkabinen. Im Außenbereich will der neue Eigentümer „optische Feinarbeiten“ erledigen. Arbeiten, die für einen Mieter mit unbestimmter Mietdauer nicht infrage kämen. Die am Dach befestigten Solaranlagen würden noch bis 2020 betrieben - „da stellen wir nur das Dach“, so Stückrath. Bürgermeister Michael Reuter (SPD) ist beruhigt, dass Gebäude und Grundstück in einer Hand bleiben. Wenn auch die Gemeinde das Vorkaufsrecht bereits abgegeben hatte, so sei man doch froh, dass hier alles in einer Hand bleibe. Zudem würden durch den Kauf 50 Arbeitsplätze erhalten, so der Rathauschef. Frühere Eigentümer hätten vorgehabt, an mehrere Betreiber zu vermieten. „Bislang haben wir nichts Negatives über den Betrieb gehört“, sagt Reuter. So wirke sich dieser etwa nicht auf den Lkw-Verkehr aus.

Die riesigen Bauteile, die in Lohfelden entstehen, werden in Anlagen eingebaut, mit denen chemische Stoffe gewonnen werden. So werde anhand von Spaltgaskühlern unter anderem Ethylen hergestellt - ein wichtiger Grundstoff für die Herstellung von Kunststoff, zum Beispiel von Polyethylen. Man müsse sich das in etwa so vorstellen wie einen Haufen Legosteine, der nach Form und Farbe sortiert wird, beschreibt Stückrath. Erst vor Kurzem hatten zwei für Indien bestimmte Dampfüberhitzer aus Lohfelden auf Tiefladern ihre Reise angetreten. Sie sollen bei einem indischen Kunden in eine Kohlevergasungsanlage eingebaut werden. Mit den Anlagen kann synthetisches Erdgas hergestellt werden, das wiederum zu Ethylen verarbeitet wird.

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