Müllproblem: Lohfeldenerin ärgert sich über Abfallberge am Nachbarhaus

Klagt über ein Müllproblem: Monika Sturm (oben), Nachbarin eines Mehrparteienhauses der Wohnstadt, erwartet eine neue Regelung für die Abfallentsorgung, weil sie der Blick aus dem Haus stört (rechts). Gemeinde und Wohnstadt erkennen kein Problem.

Lohfelden. Die Lohfeldenerin Monika Sturm hat ein Müllproblem. Nicht etwa, weil sie ihren nicht los wird, sondern weil sich der Abfall vor dem Nachbarhaus stapelt. Jetzt wurde sie selbst aktiv.

Überfüllte und aufgerissene Tüten stapeln sich, Reste von Lebensmitteln liegen um die Tonnen herum und es stinkt: In der Lohstraße in Lohfelden stapelt sich an einem Mehrparteien-Mietshaus regelmäßig der Müll, sagt die 58-jährige Monika Sturm, die in einem Haus direkt gegenüber wohnt.

Sie ist eine von mehreren Privateigentümern in der Straße und lebt dort mit ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter Lilli Sturm. Die 84-Jährige blickt aus ihrem Schlafzimmerfenster direkt auf die Mülltonnen. Monika Sturm verwaltet beruflich Immobilien, ihr Büro, in dem sie auch Kunden empfängt, ist mit im Haus. „Meine Kunden, die ich hier empfange, sehen das natürlich auch.“

Das „Müllproblem“, wie sie es nennt, bestehe seit Oktober vergangenen Jahres. Nachdem der Außenbereich des von der Wohnungsgesellschaft Wohnstadt betriebenen Hauses im vergangenen Jahr saniert worden sei und die Mülltonnen dort stünden.

Die Behälter würden alle 14 Tage geleert - ihrer Ansicht nach zu selten, es sei denn, die Mieter würden den überschüssigen Müll so lange woanders aufbewahren, bis wieder Platz sei. „Wenn die Mülleimer voll sind, dann stellt man die Tüten eben so lange in den Keller, bis die Tonnen geleert sind. Das mache ich ja auch so“, meint Sturm, die auch schon Mieter des Hauses auf das Problem angesprochen hat. „Die Bewohner lachen einen aus.“

Mit einem Brief wandte sie sich nun an die Gemeinde Lohfelden sowie an die Wohnungsbaugesellschaft. Der aktuelle Müll wurde innerhalb eines Tages abgeholt - ob nun auf Sturms Initiative oder, wie die Wohnstadt angibt, auf Initiative des Hausmeisters.

Die HNA fragte nach. So teilte Jens Duffner, Pressesprecher der Gruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit, man habe den überfüllten Müllplatz selbst bemerkt und die Räumung am Tag darauf veranlasst. Die Ansammlung des Mülls habe mit dem „über die Feiertage erhöhten Müllaufkommen“ zu tun. Auch ein Fremdverschulden schließe man nicht aus, „da die Müllplätze frei zugänglich“ seien. Bisher hätten keine Klagen aus der Nachbarschaft oder von Mieterseite über ein Müllproblem vorgelegen, so Duffner in seiner schriftlichen Stellungnahme. Monika Sturm freut sich über die Beseitigung des Mülls. Dennoch: „Der Müll wurde beseitigt, aber nicht die Ursache des Problems.“ Um die Mülltonnen herum lägen zudem immer noch Müllreste.

Das sagt der Bürgermeister:

Auf HNA-Anfrage teilte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) mit, die Müll-Problematik stelle sich nicht, da „durch die gute Handlungsweise des Vermieters kein tatsächliches Problem entstanden ist“. Die von Monika Sturm bemängelte verzögerte Müllabholung sei vermutlich durch eine Änderung der Abfuhrtermine sowie durch die Feiertage zustande gekommen: „In Lohfelden werden die schwarzen Tonnen daher bis zu vier Tage später - aber auch mal früher - geleert.“ Die Gemeinde führe eine „regelmäßige und gute Kommunikation“ mit der Wohnstadt. Dass der Müll noch vor Eingang der Beschwerde abgeholt wurde, führt die Gemeinde auf deren „gute Hausmeisterarbeit“ zurück. Unabhängig davon sei die Gemeinde diesbezüglich nicht handlungsbefugt, „da es sich um Privateigentum handelt und keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung besteht“.

Hintergrund

Für die Abfuhr des Mülls ist der Landkreis Kassel zuständig. Vonseiten der Wohnstadt heißt es, man sei an feste Abfuhrtermine gebunden. Sollte es dennoch zur Überfüllung des Müllplatzes kommen, würde man „auf eigene Kosten die Räumung (wie im vorliegende Fall)“ veranlassen. Zudem heißt es in der Stellungnahme, es werde „trotz beengter Platzverhältnisse“ derzeit geprüft, ob man den Müll in einem Überstand unterbringt.

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