Nahversorgungszentrum Lange Straße: Auch Rewe hat wieder Interesse

Lohfelden. Noch immer steht nicht fest, wer Nachfolger des ehemaligen Rewe-Marktes an der Langen Straße wird: Lidl oder wieder Rewe?

Nach der rechtlichen Änderung des Bauplans kommt nun auch Rewe wieder als Investor infrage.

4800 Quadratmeter stehen dem künftigen Investor für den Bau eines Nahversorgungszentrums an der Langen Straße zur Verfügung. Die Fläche setzt sich zusammen aus dem Grundstück der Eigentümerin und einem Teil (800 Quadratmeter) der angrenzenden Grünfläche der Gemeinde. Das Nahversorgungsgebiet erweitert sich damit lediglich um 12 Meter in die Grünfläche hinein.

Die Obere und Untere Naturschutzbehörde hatten zuvor der Nutzung größerer Teile des Grünbereichs wegen des Vorkommens von Biotopen nicht zugestimmt. Vor der Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans in einen allgemeinen stand zur Debatte, dass das Baugebiet noch deutlich weiter in die Grünfläche hineinreichen darf.

Laut jüngsten Informationen hat die Grundstückseigentümerin ihr Grundstück an den in Neckarsulm ansässigen Lebensmitteldiscounter Lidl verkauft (HNA berichtete). Ob ein Kaufvertrag existiert, ist dem Bauamtsleiter Rolf Schweitzer nicht bekannt. Lidl wolle sich „zu Vertragsbeziehungen aus grundsätzlichen Erwägungen nicht äußern“, teilt Lidl-Sprecher Claudius Grüther auf HNA-Anfrage mit.

Auf der gemeinsamen Sitzung der zuständigen Ausschüsse sprach die Eigentümerin auf HNA-Nachfrage aber von einer Entscheidung: „Wir begrüßen die Entscheidung insofern, als dass die Planungen für das Nahversorgungszentrum nun weiter voranschreiten können.“ Mit den geänderten Rahmenbedingungen müsse der Investor klarkommen.

Bauamtsleiter Schweitzer merkt an, dass ein Kaufvertrag in der Regel Klauseln beinhaltet, die dem Käufer den Rücktritt vom Kauf ermöglichen. „Die Fläche ist wesentlich verringert“, so Schweitzer. Pläne des Discounters könnten eventuell nicht umgesetzt werden - zum Beispiel, wenn für die vorgesehene Verkaufsfläche nicht genügend Platz für Parkplätze bleibt. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Lidl noch zurückrudert und nicht an der Langen Straße baut. Das Unternehmen beruft sich auf das laufende Bauplanverfahren und will erst nach dessen Abschluss „prüfen, wie wir unsere Planung mit den Ergebnissen in Einklang bringen“.

Mit dem allgemeinen B-Plan könnten aber nun auch das Konzept vom Interessenten Rewe oder andere Lösungen auf dem Grundstück verwirklicht werden. „Wir haben weiterhin Interesse an dem Standort und befinden uns in Verhandlungen“, teilt Rewe-Mitte-Sprecherin Anja Krauskopf auf Anfrage mit. Der damit befasste und in Lohfelden ansässige Projektentwickler, Werner Clemens, will sich „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu äußern“. Es gebe keinen neuen Sachstand. Sollte sich das demnächst ändern, biete er ein Gespräch an.

Hintergrund 

Mit der Änderung des Bebauungsplans in einen allgemeinen hat die Gemeinde die Fäden aus der Hand gegeben. Denn bei dem zuvor gültigen, vorhabenbezogenen Bebauungsplan hätte sie laut Baugesetzbuch über die Zulässigkeit von Vorhaben des Investors bestimmen können. Wo der Investor nun zum Beispiel seine Eingangstür hinbaue, könne man nicht mitbestimmen, so Bauamtsleiter Rolf Schweitzer. Bei einem allgemeinen Plan lege die Gemeinde nur einen Rahmen fest.

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