Rastanlage Kassel-Ost: Bis zu 160 Lkw-Touren pro Tag

Überschüssige Bodenmasse wird von Lkw abtransportiert: Beladen werden die Lastwagen auf der Erddeponie an der A44-Baustelle bei Hessisch Lichtenau. Fotos: M. Konrad

Lohfelden/Hessisch Lichtenau. Gregor Frevel hat nur Zeit für eine kurze Pause, es reicht gerade, um sich die Beine zu vertreten. Der Baggerfahrer aus Rheinland-Pfalz belädt auf dem Erddeopt bei der A44-Baustelle bei Hessisch Lichtenau 150 bis 160 Lkw pro Tag mit überschüssiger Bodenmasse von der A44-Baustelle.

„Innerhalb von zwei Minuten ist ein Lkw beladen“, sagt er. Die Lastwagen bringen die Erde über die B7, die A7 sowie die Landesstraßen 3225 und 3400 zum Feld unterhalb des Rasthofs Kassel bei Lohfelden. Im Zuge des Ausbaus der Tank- und Rastanlage Kassel-Ost entstehen dort 448 Stellplätze, darunter 181 für Lkw und 13 für Busse.

Da das Gelände zur A7 hin stark abfällt, muss es mit den Erdmassen aufgefüllt werden. Ab Mitte 2018 sollen dort die Fahrzeuge auf einer der größten Rastanlagen Deutschlands parken können. Die Raststätte Kassel wird auf eine Größe von zwölf Hektar (etwa 17 Fußballfelder) erweitert.

Auf dem Feld für den geplanten Parkplatz am Rasthof Kassel bei Lohfelden ziehen die Lastwagen dichte Staubwolken hinter sich her. Die Erde kippen sie dicht an der A7 ab. Planierraupen verteilen sie, Walzen festigen das Material. Lkw-Fahrer Kim Kupfer aus Braunschweig fährt die Transportroute achtmal am Tag: achtmal aufladen, achtmal 60 Kilometer Fahrt, achtmal abkippen. 27 Tonnen kann sein Sattelschlepper laden. Hessen Mobil rechnet mit insgesamt etwa 10.500 Fahrten, bis das Areal für den Parkplatz mit den benötigten 156.000 Kubikmetern Erde aufgefüllt ist.

Auf dem Rückweg nimmt ein Teil der Lastwagen wertvollen Oberboden mit nach Hessisch Lichtenau, der an der Rasthof-Baustelle nicht benötigt wird. Die Erde, die vom Abtragen des Feldes stammt, soll zur Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen der Zeche Hirschberg bei Großalmerode dienen.

Der Transport der Erde läuft von montags bis donnerstags von 7 bis 19 Uhr, freitags von 7 bis 15 Uhr, am Wochenende gibt es keine Fahrten. Der Erdtransport wird voraussichtlich noch bis zum Sommer dauern.

Der Transportweg wurde so gewählt, dass die Anwohner in den Ortslagen von Lohfelden, Helsa, Hessisch Lichtenau und Friedrichsbrück möglichst wenig belastet werden. „Bisher gab es noch keine Beschwerden“, sagt Hessen-Mobil-Sprecher Gerd Bohne.

Die Kosten für die Verkehrsanlagen beziffert Hessen Mobil mit etwa 19,5 Millionen Euro. Im Zuge der Erweiterung des Rastanlage wird der aus Richtung Norden kommende Verkehr über eine Brücke über die A7 zum Rasthof geführt.

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