Fotos auf Cloud bringen Polizei auf Spur in Flüchtlingsunterkunft

Nach Einbruch: Selfies überführen mutmaßliche Täter

Lohfelden/Kassel. Dumm gelaufen: Weil mutmaßliche Einbrecher Fotos mit einem gestohlenen Handy machten, kam ihnen jetzt die Polizei auf die Spur.

Es wird gegen mehrere Tatverdächtige wegen des Verdachts des Einbruchs in ein Lohfeldener Wohnhaus Anfang Februar ermittelt. Die Spur führte über Fotos, die Wochen nach der Tat in der Cloud (ein Datenspeicher im Internet) der Opfer auftauchten, in die Flüchtlingseinrichtung in Lohfelden. Dort fanden die Ermittler auch einen Teil der Beute bei zwei 26 und 33 Jahre alten Männern. Dem Vernehmen nach soll es sich um Algerier handeln.

Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner war in das Wohnhaus an der Hauptstraße in Lohfelden in der Nacht zum 6. Februar eingebrochen worden. Der oder die Täter gelangten über gestapelte Abfalltonnen an ein Fenster, öffneten gewaltsam einen gekippten Flügel und drangen in das Haus ein.

Während die Opfer schliefen, räumten die Einbrecher das Haus aus. Über 1000 Euro, mehrere Smartphones, Armbanduhren, ein Tablet, ein Laptop, ein hochwertiges Portemonnaie und weitere Gegenstände wechselten den Besitzer. Das bestohlene Ehepaar alarmierte am Morgen nach dem Einbruch die Kasseler Polizei, die die Fahndung nach den Tätern und der Beute aufnahm. Ende Februar wandte sich das Ehepaar mit einer erstaunlichen Entdeckung erneut bei den Einbruchsermittlern und eröffnete ihnen Einblicke in die persönliche Cloud.

Dort waren eine Vielzahl von Fotos, darunter auch Selfies, von Unbekannten automatisch gespeichert worden, die mit einem der gestohlenen Smartphones geschossen worden waren. Auf den Aufnahmen gab es nicht nur Hinweise auf den Aufnahmeort, die Flüchtlingseinrichtung in Lohfelden, sondern auch auf die Fotografen, so Werner.

Einige Selfies hätten auch Rückschlüsse auf einen Haupt- und einen Mitnutzer des Handys zugelassen. In der Einrichtung konnten schließlich zwei 26 und 33 Jahre alte Männer identifiziert werden. Mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss überprüften die Ermittler am Mittwoch die Wohnbereiche der beiden Männer. Dort seien neben den Mobiltelefonen noch weitere Beutestücke aus dem Einbruch sichergestellt worden. Die Festgenommenen hätten zum Teil widersprüchliche Angaben gemacht und bestritten die Tat.

Zeugenhinweise unter Tel. 05 61/9100.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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