Sporthalle Vollmarshausen: Streit um Finanzierung

Geschlossen: Die Sporthalle Vollmarshausen aus den 1960er-Jahren ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Mithilfe von Fördergeld vom Land Hessen soll sie im kommenden Jahr saniert werden. Fotos: Wohlgehagen/Dilling

Lohfelden. Die Bereitstellung von Geld aus dem Gemeindehaushalt für die Sanierung der wegen Einsturzgefahr seit Wochen gesperrten Sporthalle Vollmarshausen sorgte während der jüngsten Sitzung des Gemeindeparlaments für eine aufgeregte Debatte.

Die Gemeinde strebt für die zwei Millionen Euro teure Komplettsanierung der in die Jahre gekommenen Halle eine Aufnahme in das Sonderinvestitionsprogramm des Bundes mit einer 90-prozentigen Förderung an (wir berichteten).

Der im Wahlkampfstil geführte Streit entzündete sich nicht an dieser vom Parlament einmütig gebilligten großen Lösung, sondern an der von der SPD vertretenen Doppelstrategie, parallel hierzu über den Nachtragshaushalt 835.000 Euro für eine kleine Sanierungsvariante bereitzustellen.

Das sei nicht sauber zu Ende gedacht, hieß es aus den Reihen der CDU. Die Gemeinde laufe Gefahr, das Fördergeld aus dem Sonderprogramm des Bundes zu verlieren, wenn sie jetzt Eigenmittel in beträchtlicher Höhe offenlege und veranschlage. Auch Dr. Christoph Brake (Grüne) riet in temperamentvoller Rede dazu, in diesem Fall eher auf Nummer sicher zu gehen.

Bürgermeister Michael Reuter (SPD) und Kämmerer Jochem Wenigmann versicherten, dass das hessische Wirtschaftsministerium die vorsorgliche Veranschlagung der Mittel für eine Deckenreparatur als unschädlich für die Förderung der Komplettsanierung bezeichnet habe. „Ich glaube diesen Aussagen, alles andere ist Schaumschlägerei“, sagte Tobias Geismann (SPD). Es gehe nicht um glauben, sondern um die gebotene Vorsicht, erwiderte Grünen-Sprecherin Miriam Würth.

Jürgen Kirchner (U2L) verlangte von der SPD die Rücknahme ihres Antrags. Der sei gar nicht notwendig, weil man ohnehin erst mit der Sanierung beginnen könne, wenn das Land Hessen über den Zuwendungsantrag entschieden habe, so der Sprecher der Unabhängigen Liste Lohfelden.

Die Sozialdemokraten ließen sich jedoch nicht von ihrem Weg abbringen. Der Fördergeber habe sich ausdrücklich geäußert, sagte Dr. Eicke Bornmann. Außerdem, so der Finanzfachmann der SPD-Fraktion weiter, müsse die Gemeinde für den Fall der Ablehnung ihres Zuwendungsantrags vorbereitet sein, um die Sporthalle aus eigener Kraft und im Interesse der Sportler zügig wieder in Ordnung bringen zu können.

Der zweite Nachtragswirtschaftsplan für 2015 (mit einem Überschuss von 156.000 Euro) und der Begleitantrag zur Sporthallensanierung wurden schließlich mit den Stimmen der SPD bei drei Neinstimmen und zwölf Stimmenthaltungen mehrheitlich angenommen.

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