Bau von Technopark in Lohfelden bleibt eine Utopie

Hier tut sich seit Jahrzehnten nichts: Der Max-Planck-Park an der Crumbacher Straße in Lohfelden ist das letzte Gewerbegrundstück der Gemeinde. Ursprünglich sollte hier ein Gebäudekomplex aus Büros und Entertainment-Center entstehen (kleines Bild). Fotos: Lischper

Lohfelden. Arbeitsplatz und Freizeitvergnügen an einem Ort - das sollte es mal in Lohfelden geben. Doch die Fläche, auf der einst ein moderner Gebäudekomplex entstehen sollte, ist noch immer eine Wiese.

Es hatte ein im Landkreis Kassel einmaliges Projekt werden sollen: In einem modernen Gebäudekomplex sollten Firmen untergebracht werden und ein Entertainment-Center sollte den Mitarbeitern in der Pause und nach Feierabend Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten bieten. Mehr als 15 Jahre später ist auf dem 30 000-Quadratmeter-Grundstück in Lohfelden nichts zu sehen außer Gras.

„Aktuell ist es die teuerste Weide, die wir hier haben“, sagt Unternehmer Christian Heilwagen mit einem Augenzwinkern. Zum Lachen ist dem 80-Jährigen nicht zumute - schließlich habe man damals, Ende der 90er-Jahre viel Geld investiert. „Wir halten am Technopark fest“, sagt er aber und meint damit das Gesamtkonzept. Einzelne Teile des Grundstücks hätten längst an Investoren verkauft werden können. Einzelhandel und Speditionen hätten sich bereits interessiert gezeigt. Aber: „Wir verkaufen nicht das Grundstück, wir verkaufen das Konzept.“

Das Kasseler Familienunternehmen Heilwagen GmbH hatte damals die Idee, vor Ort internationale Industrieunternehmen anzusiedeln. Dass sie nicht in die Tat umgesetzt werden konnte, sei der Dauer des Genehmigungsverfahrens geschuldet gewesen. So hatte der Flächennutzungsplan geändert werden müssen, weil das Konzept eine verdichtete und wesentlich höhere Bebauung vorsah - ein geplanter Turm sollte bis zu 55 Meter hoch werden.

Bis das Genehmigungsverfahren abgeschlossen war seien Interessenten und Mietinvestoren abgesprungen. „Sie haben wohl nicht mehr an das Zustandekommen geglaubt.“ Das Projekt allein zu stemmen, sei dem Familienunternehmen „einige Nummern zu groß“, so Heilwagen.

Trotz der guten Lage halte sich das Interesse von Firmen in Grenzen. „Offenbar haben Firmen kein Interesse an einem Grundstück dieser Größenordnung.“ Christian Heilwagen kann das nicht verstehen. Man könnte dort zum Beispiel Startup-Unternehmen unterbringen und auf deren Entwicklungspotenzial setzen. Er sei ein Idealist, gibt Heilwagen zu. Er wolle so lange an dem Projekt festhalten, wie es finanziell möglich ist. Wenn es gar nicht anders ginge, dann müsste man sich mit der Gemeinde an einen Tisch setzen und neu überlegen, was man aus diesem „Filetstück“ machen kann, ohne es zu „verschleudern“.

Das sagt

Man habe großes Interesse daran, dass sich auf dem Gelände etwas tut, sagt Bürgermeister Michael Reuter (SPD). Auch, weil die Gewerbeflächen in Lohfelden knapp sind. Um Interessenten an einen Tisch zu bringen, könnte die Gemeinde Netzwerke und Kontakte herstellen. Und: „Ein schnelles Baurecht wäre kein Problem“, sagt der stellvertretende Kämmereileiter Thorsten Bürgel.

Hintergrund 

Verwirklichen wollte den Technopark die Kasseler Firma Heilwagen, entwickelt wurde das Konzept von der Baumak GmbH. Kernstück des Projekts war ein Büro- und Verwaltungsgebäude. Ein Entertainment-Center sollte Mitarbeitern der ansässigen Firmen Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten geben, ihnen Spielarkaden, Erlebnis-Gastronomie, Hotel, Kino und eine Konzerthalle bieten. Dieses Konzept, kombiniert mit der günstigen Autobahnanbindung, sollte renommierte Unternehmen anlocken.

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