Wie ein Wohnzimmer am Rathausplatz

Lohfeldener Wochenmarkt feiert 25-jähriges Bestehen

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Mit einigen ihrer Stammkunden: Doris Kuhaupt, die seit der ersten Stunde dabei ist, verkauft Ehrhard Sick ein Kochwürstchen mit Brötchen. 

Lohfelden. Es ist gemütlich, fast ein bisschen heimelig auf dem Markt, der in dieser Woche sein 25-Jähriges feiert. Der Lohfeldener Wochenmarkt fand am 10. Mai 1991 zum ersten Mal statt.

Freitag an einem sonnigen Mainachmittag auf dem Platz vor dem Lohfeldener Rathausplatz: Etwa ein halbes Dutzend Leute steht an den fünf Ständen des Wochenmarktes, in der Mitte des Platzes sitzt eine Gruppe älterer Männer und schlürft Kaffee.

Gedränge: So sah es am ersten Markttag 1991 aus. 

Am 10. Mai 1991 war mehr los. „Man musste sich auf Stop-and-go einstellen“, heißt es in einem Artikel der HNA zum ersten Markttag vom 11. Mai 1991, denn „es wimmelte auf dem herausgeputzten Platz“. Damals sollte rund um das Rathaus ein neues Zentrum entstehen. „Es war auch noch ein wenig Baustelle“, erinnert sich Doris Kuhaupt, die seit der ersten Stunde auf dem Wochenmarkt Fleisch und Wurstprodukte verkauft.

Angeworben wurde sie von Joachim Gundelach. „Wir kannten uns vom Markt in Vellmar und er hat gefragt: Habt ihr Interesse?“, sagt Kuhaupt. Das hatte sie. Seitdem fährt sie jede Woche die 40 Minuten vom Wolfhager Stadtteil Viesebeck nach Lohfelden. Landwirt Gundelach aus Vollmarshausen, der Gemüse und Blumen verkauft, bildet mit Kuhaupt und dem Stand von Organisatorin Christine Althans aus Lohfelden, das Urgestein des Marktes. „Im Vergleich zu früher sind die Stände allerdings weniger geworden“, erklärt Kuhaupt, und in ihrer Stimme schwingt etwas Wehmut mit. „Wir Marktbeschicker haben auch Nachwuchssorgen“, sagt sie. Es habe auch längst nicht jeder Hof das Personal und die Ausrüstung, um Direktverkauf zu betreiben. Außerdem fänden viele Märkte an Freitagen statt, und nur die wenigsten Marktleute schaffen zwei an einem Tag.

„Es ist klein und gemütlich“, sagt Martina Gerland zum Lohfeldener Markt. Seit 18 Jahren arbeitet sie am Stand der Familie Althans und verkauft dort Gemüse und Obst. Es sei mehr Stammkundschaft als Laufkundschaft, „aber das macht es auch persönlicher“, sagt Gerland.

Regelmäßig am Markttag dabei: Heinz Ebrecht.

Viele der oft älteren Kunden ließen sich auch von Wind und Wetter nicht abhalten. Diese Kunden bleiben dann auch ein bisschen, so wie Heinz Ebrecht. Er gehört zu den Senioren, die sich regelmäßig am Markttag treffen. Dabei ist das Einkaufen aber nicht das Wichtigste. Viel mehr ist der Markt sozialer Treffpunkt. Es geht um das Schnuddeln, Kaffeetrinken und Essen. „Und natürlich darum, das Neueste zu erfahren“, sagt Ebrecht. Dafür ist natürlich auch an diesem Freitag wieder Zeit. Dann wird der Markt, wie gewohnt, beschickt.

Service

Öffnungszeiten: Jeden Freitag von 13 bis 17 Uhr

Ort: Lange Straße 20, viele Parkmöglichkeiten in der Nähe, barrierefreier Zugang

Angebot: Viel Regionales und Saisonales. Gemüse, Obst, Wurst, Fleisch, Eier, Brotwaren, Kuchen, Kaffee und Honig. Außerdem Tiroler Spezialitäten. 

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