Lohfelden ist dicht - Rothwesten nur noch Reserve

Zukunft der Flüchtlingsunterkünfte im Kreis Kassel ist unklar

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Jetzt nur noch Reserve oder ganz geschlossen: Die Erstaufnahmeeinrichtungen an der früheren Fritz-Erler-Kaserne in Fuldatal-Rothwesten (links) und das ehemalige Hornbach-Gartencenter in Lohfelden. 

Fuldatal/Lohfelden. Rothwesten nur noch Reserve, Lohfelden ganz dicht – mit der Ankündigung des hessischen Sozialministeriums, landesweit Erstaufnahmeeinrichtungen zu schließen, verändert sich auch die Flüchtlingssituation im Landkreis Kassel. 

Der Grund für den Rückbau der vor einem Jahr so eilig hochgezogenen Unterkünfte sind die vergleichsweise niedrigen Flüchtlingszahlen der vergangenen Monate. Nach Angaben des Ministeriums kommen derzeit nur noch rund 1200 Flüchtlinge pro Monat nach Hessen. Im vergangenen Jahr waren es zeitweise mehr als 1300 – täglich. Deshalb werde das Land die Anzahl der Erstaufnahmestandorte von 19 auf elf reduzieren, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Am Mittwochabend hatte er bekannt gegeben, dass im Landkreis Kassel nur noch die Erstaufnahme in Calden den Status „aktiv“ behalten werde. Der Standort Fuldatal-Rothwesten werde zu einer passiven Erstaufnahme, Lohfelden wird ganz aufgegeben. Im Mai war bereits die Unterkunft in Beberbeck geschlossen worden.

285 Flüchtlinge in Rothwesten

In Rothwesten leben nach Auskunft des Hessischen Sozialministeriums aktuell noch 285 Flüchtlinge. Die Erstaufnahme in der früheren Fritz-Erler-Kaserne ist für bis zu 900 Menschen ausgelegt. Die Unterkunft im früheren Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden, seit Monaten ohnehin nur noch Reserve, wird hingegen aufgegeben. Ausgelegt war das Ex-Gartencenter für 650 Menschen. Im Juni wurden die letzten 132 Flüchtlinge nach Calden umquartiert.

Der Mietvertrag zwischen dem Land und der Eigentümerin, der Berlinovo Immobilien-Gesellschaft (Berlin), gilt nach HNA-Informationen noch bis Oktober 2017.

Ob das Land nach der nun öffentlich gemachten Schließung plant, früher aus dem Vertrag auszusteigen, was mit dem Areal künftig passiert und was die Erstaufnahmen kosten – darüber konnten das zuständige Regierungspräsidium Gießen sowie das Sozialministerium und Finanzministerium in Wiesbaden gestern auf Anfrage unserer Zeitung keine Auskunft geben. Für den heutigen Freitag haben die Behörden jedoch Antworten angekündigt.

Fest steht: Seitdem das Sozialministerium im April damit begonnen hat, landesweit Erstaufnahmen abzubauen und zu kündigen, „konnten die Kosten um 25 Millionen Euro monatlich reduziert werden“, teilte Esther Walter, Sprecherin des Sozialministeriums, mit. Greift das neue Konzept, „gehen wir von Einsparungen in einer Größenordnung von weiteren sieben Mio. Euro monatlich aus“.

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