Männer sollen Opfer in Helsa verprügelt und ausgeraubt haben - Prozess

Helsa. Als es kein Geld gab, soll es ordentlich Prügel gehagelt haben. Wegen des Verdachts der schweren räuberischen Erpressung und Körperverletzung sind seit Dienstag zwei Männer vor dem Landgericht Kassel angeklagt.

Es geht um einen Überfall auf einen 30-jährigen Mann in dessen Wohnung in Helsa im Dezember 2014. Aus einer grünen Brotdose verschwanden an jenem Tag etwa 1800 Euro. Außerdem weitere 400 Euro, die in einem Rucksack in der Wohnung aufbewahrt waren. Auch zwei Handys und kleinere Bargeldbeträge, insgesamt 2300 Euro, sollen entwendet worden sein.

Drogengeschäfte 

Die Angeklagten, die das Opfer vermutlich aus Drogengeschäften kannten, sollen ihren Bekannten massiv bedroht haben. Der 34-jährige Beschuldigte, ebenfalls ein Helsaer, soll den heute 30-Jährigen in den Bauch geschlagen haben, als dieser auf die Forderung nach Herausgabe von Bargeld nicht reagierte. Vor Gericht erschien der ältere Angeklagte mit stolzem Auftreten, erhob sich als Letzter im Saal und mit gequältem Gesichtsausdruck beim Erscheinen der vier Richter und setzte sich dafür als Erster nach mühsamer Respektsbekundung wieder auf seinen Platz. Unter einer schwarzen Bomberjacke waren seine breiten Schultern und ein muskulöser Oberkörper deutlich erkennbar.

Sein Komplize, ein 28-jähriger hagerer, deutlich älter wirkender Mann aus Hünfeld, hatte laut Anklage am Tattag einen ausziehbaren Teleskopschlagstock als Waffe dabei. Auch ein weiterer, selbst gebauter Schlagstock, der sich in der Wohnung des Opfers befand, soll während der Auseinandersetzung in der Helsaer Wohnung an der Bahnhofstraße zum Einsatz gekommen sein.

Zeuge eingeschüchtert 

Massiv hätten die Angeklagten den Überfallenen mit Gefahr für Leib und Leben bedroht, sagte Staatsanwalt Dr. Philip Schwarz. Ein weiterer Mann, der während des Geschehens unvermutet in der Wohnung erschien, soll eingeschüchtert und am Verlassen der Wohnung gehindert worden sein. Deshalb sind beide Männer auch der Freiheitsberaubung angeklagt. Dem 30-jährigen Opfer gelang es nach zwei Anläufen, zu flüchten.

Fünf Prozesstage hat die 5. Strafkammer am Landgericht Kassel angesetzt, um das Geschehen zu klären. Elf Zeugen und ein Sachverständiger sollen zur Wahrheitsfindung beitragen. Am ersten Prozesstag machten beide Angeklagten keine Aussage. Am heutigen Mittwoch, 17. Februar, wird der Prozess um 9 Uhr im Saal D 130 fortgesetzt.

Von Andrea Liese

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