Märchenwache Schauenburg will als Museum anerkannt werden

Erinnerungsstück an die Anfänge: Hans-Joachim Mayer (links) und Thomas Koch mit dem Modell der umgebauten Feuerwache, in der vor 19 Jahren die Märchenwache ein Domizil fand. Foto: Dilling

Schauenburg. Im Herbst wird der Förderverein der Schauenburger Märchenwache in Breitenbach 20 Jahre alt.

Was als kulturelles Experiment eines kleinen Kreises Ehrenamtlicher rund um die Brüder Grimm, ihre Zuträgerin Marie Hassenpflug und den Wachtmeister Krause, die in Breitenbach lebten, begann, hat sich längst etabliert. „Wir behaupten uns sogar gegen die Konkurrenz aus Kassel. Wir haben eine eigene Marke entwickelt“, sagt Hans-Joachim Mayer, zweiter Vorsitzender des Vereins, der 170 Mitglieder zählt.

Jetzt soll der Erfolg auch finanziell dauerhaft abgesichert werden: Die Märchenwache, bereits Mitglied im Museumsverband, will förmlich als Museum anerkannt werden. „Da arbeiten wir dran“, sagt Mayer. Damit könnten sich öffentliche Fördertöpfe öffnen. Denn die Märchenwache in der ehemaligen, umgebauten Feuerwache Breitenbach hangelt sich mit knappen Mitteln von Jahr zu Jahr und ist immer auf Spender und Sponsoren angewiesen. Ein wichtiger Schritt zur Anerkennung als Museum sind die Errichtung einer Künstlergarderobe und einer separaten Küche, für die weitere Sponsoren gebraucht werden.

„Auf die Volkshochschule können wir uns immer verlassen“, erklärt Mayer, der Ende Februar selbst mit einem Vortrag über die Geschichte Portugals das Programm der Märchenwache bereichern wird. Neben der Vhs haben die Breitenbacher enge Bande mit dem Kultursommer Nordhessen und jüngst auch mit dem Hessischen Rundfunk geknüpft. Der neue Schriftführer des Fördervereins, Thomas Koch - Nachfolger für den gestorbenen Gerhard Nentwich, hat nun auch im Volkswagen-Werk Baunatal, wo er Unterabteilungsleiter ist, Türen geöffnet. Dort hat die Märchenwache mit Kindern Drucke hergestellt.

Die Märchenwache ist im Umbruch. „Wir planen schon für die Zeit nach Ali Schindehütte“, sagt Mayer. Mit dem Künstler, der aus Breitenbach stammt und mit seinen Werken viel zur Bekanntheit der Märchenwache beigetragen hat, habe man das besprochen. Man wolle junge Leute einbinden, damit das Publikum nicht überaltert. Daher biete man eine breite Palette zeitgenössischer Kunst, sagt Schriftführer Koch. Auch beteilige sich die Märchenwache an der Aktion „Junges Literaturland Hessen“.

Vergangenes Jahr hat die Märchenwache mit 30 Veranstaltungen mehr als 2500 Besucher erreicht. Die Märchen und das Leben der Brüder Grimm bleiben der Kern des Angebots. Auch dank der guten Kontakte des örtlichen Klavier- und Cembalo-Bauers Jürgen Ammer gelinge es, dass das Programm nicht zu „wortlastig“ wird, sagt Koch. (pdi) ARTIKEL RECHTS

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