Nach Streit um Hortbetreuung in Baunatal: Ausschuss schließt Container-Akte

Manfred Schaub

Baunatal. Eher ernüchternd fiel der Akteneinsichtsausschuss in Sachen Container für die Kooperative Schulkindbetreuung in Rengershausen für die Grünen in Baunatal aus.

Nach insgesamt fünf Sitzungen, drei Akteneinsichtsterminen und einer Menge Papier bestätigten sich wesentliche Kritikpunkte der Grünen nicht - darunter auch der Vorwurf, Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) habe künstlich Kosten in die Höhe getrieben, um im Stadtparlament das Aufstellen von Containern auf dem Pausenhof der Brüder-Grimm-Schule zur Unterbringung der Kinder von vornherein zu vereiteln. Schon am 20. Juli war im Stadtparlament die Entscheidung für die Unterbringung der Kinder im rund 800 Meter von der Grundschule entfernten und bis dato leer stehenden evangelischen Gemeindehaus gefallen.

Grüne: „Kosten zu hoch“

Tatsächlich habe die Stadt, so vermerkt der Abschlussbericht des Ausschusses, bei drei Container-Firmen nach Preisen nachgefragt. Allein eine Firma habe sich mit einem Angebot gemeldet. Errechnet worden sei daraus der Mietpreis für fünf Jahre von insgesamt 15 Containern (225 Quadratmeter) zur adäquaten Unterbringung von etwa 25 Kindern der Kooperativen Schulkindbetreuung. Kosten: rund 300 000 Euro.

„Nach wie vor halten wir die Kosten wie auch die tatsächlich benötigte Fläche für zu hoch kalkuliert“, sagt Edmund Borschel, Fraktionsvorsitzender der Grünen Baunatal. Aktuell würden im Gemeindehaus nur 160 Quadratmeter von den Kindern genutzt. Ein entsprechendes Minderheitenvotum der Grünen wurde jedoch in der Abschlusssitzung abgelehnt.

Nur noch zwölf Kinder

Auch kritisieren die Grünen weiterhin die Entscheidung für das Gemeindehaus aus Sicht der Eltern. So sei es allein dem 800 Meter entfernten Standort des Gemeindehauses sowie der unzureichenden Kommunikationspolitik der Verwaltung geschuldet, dass aktuell nur noch zwölf statt der zunächst angenommenen 25 Kinder die Kooperative Schulkindbetreuung nutzten.

Die Stadt wiederum begründet die niedrigen Anmeldezahlen mit einer unsicheren Datenlage im April 2015, „weil es noch keine Anmeldefrist gab“, heißt es im Abschlussprotokoll. Daher sei nun die Anmeldefrist für das jeweils folgende Schuljahr auf den 31. Januar gesetzt worden, „um künftig eine bessere Planungssicherheit zu haben“.

Im Fazit hält der Akteneinsichtsausschuss die Anmietung der Räume der evangelischen Kirche für 22 000 Euro für fünf Jahre plus 15 000 Euro für die Renovierung für die „wirtschaftlich, pädagogisch und räumlich beste Lösung“.

Seit Sommer 2015 nutzen die Kinder dort vor allem den Keller wie auch Teile des Parterres für die Kooperative Schulkindbetreuung. Die Renovierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, „auch fehlt es immer noch an einer Fluchttreppe“, sagt Borschel. Diese müsse vom Vermieter, also der Kirche, noch eingebaut werden.

Von Boris Naumann

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