Jugendorganisationen der Parteien fühlen sich für die Zukunft gerüstet

Kreis Kassel. Die deutschen Parteien leiden unter deutlichem Mitgliederschwund. Ihre Jugendorganisationen im Landkreis Kassel hingegen fühlen sich gut für die Zukunft gerüstet.

Sie können Zuwächse bei den Mitgliederzahlen verzeichnen

Jungsozialisten 

Die Jugendorganisation der SPD im Landkreis, die Jungsozialisten - kurz Jusos -, konnte in den vergangenen Monaten Mitglieder gewinnen. „Innerhalb von einem Dreivierteljahr sind mehr als 30 junge Menschen zu uns gestoßen“, sagt der Vorsitzende Sebastian Fiedler. Die Gruppe hat aktuell 303 Mitglieder. Von der Mutterpartei fühlt sich der 27-jährige Wolfhager sehr ernst genommen. Dafür spreche auch, dass fünf Kandidaten, die jünger als 35 Jahre sind, unter den ersten 20 Plätzen für die Kommunalwahl am 6. März seien.

Junge Union

Die Junge Union (JU) Kassel-Land hat im Jahr 2015 bislang 65 neue Mitglieder gewinnen können. Laut deren Vorsitzendem Patrick Weilbach zählt die Gruppe derzeit mehr als 300 Mitglieder. „Wir haben es geschafft aufzuzeigen, dass auch junge Menschen etwas im Bereich der Politik bewegen können“, so Weilbach. In den letzten Jahren habe sich die JU zu einem Sprungbrett für kommunale Mandate entwickelt. Weilbach glaubt, dass immer mehr junge Menschen sich engagieren möchten, weil sie die verbreitete Politikverdrossenheit leid sind. „Viele wollen mitgestalten“, sagt der 34-jährige Baunataler.

Junge Liberale

Die Jungen Liberalen Region Kassel können nach Auskunft ihres Regionalvorsitzenden Lars Walter ebenfalls steigende Mitgliederzahlen verzeichnen. Doch das war nicht immer so: Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen hatten sich Stadt- und Landkreis-Verband im Jahr 2002 zu einem Regionalverband zusammengeschlossen. Derzeit umfasst die Gruppe 35 Personen. In diesem Jahr seien bislang sechs Mitglieder hinzugekommen. Auf Kreisebene der FDP „werden wir ernst genommen und gut eingebunden“, sagt der 19-Jährige aus Ahnatal. Auch auf der Liste für die Kommunalwahl habe man sich sehr gut platzieren können.

Grüne Jugend

Derzeit 100 Mitglieder hat der Kreis- und Stadtverband der Grünen Jugend - im Jahr 2014 waren es 97. Sprecherin Elena Schörling sieht eine konstante Entwicklung mit steigendem Zuspruch. „Dabei ist das politische Interesse abhängig von Zeit und Themen“, sagt die 18-jährige Schülerin aus Kassel. In Klausurenphasen beispielsweise lasse es nach. Schörling sieht für junge Menschen gute Möglichkeiten, über die Arbeit in den Jugendorganisationen etwas zu bewegen, und ruft dazu auf, aktiv zu werden und nicht nur Kritik zu üben: „Wir haben unsere Zukunft in der Hand.“

LinksJugend 

Die Linksjugend hat sich laut David Redelberger im Jahr 2014 in dem Studierendenverband dielinke.SDS neu organisiert, da die Mehrheit der Mitglieder Studierende gewesen seien. Mit fünf Aktiven habe man begonnen, heute seien es 20. Den Zuwachs führt der 26-jährige Student aus Kassel darauf zurück, dass 2015 politisch viel passiert sei und junge Menschen mitgestalten wollten. Auch er sieht gute Chancen für den Nachwuchs, sich kommunal zu engagieren. So hätten es beispielsweise drei Mitglieder des Verbandes unter die ersten zehn Plätze auf der Liste für die Kommunalwahl geschafft. Von Nicole Schippers

Rubriklistenbild: © dpa

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