Neun Kommunen bilden „Märchenland der Brüder Grimm“

Sie unterzeichneten mit Vergnügen: Die Bürgermeister (von links) Tilo Küthe (Helsa), Arnim Roß (Kaufungen), Dieter Lengemann (Fuldabrück), Vizebürgermeister Klaus Steffek (Lohfelden) und die Bürgermeister Michael Steisel (Söhrewald), Andreas Siebert (Niestetal), Edgar Paul (Nieste) und, stellvertretend für Landrat Uwe Schmidt, Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung. Es fehlt auf dem Bild: Der Bürgermeister von Hessisch Lichtenau, Jürgen Herwig. Foto: Lischper

Kaufunger Wald / Meißner / Söhre. Neun Bürgermeister aus dem Landkreis Kassel haben jetzt die Touristische Arbeitsgemeinschaft "Märchenland der Brüder Grimm" gegründet.

Es war ein besonderer Pressetermin, gestern im Dorfgemeinschaftshaus Wellerode: So viele Bürgermeister auf einen Schlag seien schon länger nicht mehr an einem Ort zusammengekommen, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn zu Beginn - die Chefs der Rathäuser von Helsa, Kaufungen, Fuldabrück, Söhrewald, Hessisch Lichtenau, Niestetal, Nieste sowie der Vizebürgermeister von Lohfelden trafen sich, um sich zur Touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) zusammenzuschließen.

Mit der Gründung der TAG „Märchenland der Brüder Grimm“ wird das hessische Drei-Ebenen-Modell nun auch für den Kaufunger Wald, Meißner und Söhre umgesetzt. Der Landkreis Kassel tritt damit in eine Vorreiterstellung: Er ist der erste Landkreis in Nordhessen, der das Konzept umsetzt. Da auch Hessisch Lichtenau mit von der Partie ist, betrifft die Kooperation auch den Werra-Meißner-Kreis.

Heute anderer Tourismus

Tourismus funktioniere heute anders als früher einmal, sagte Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung. Organisierte in der Vergangenheit jede Kommune den Tourismus selbst, so komme es heutzutage darauf an, kommunenübergreifend zu agieren. „Das Land Hessen sagt: Bildet TAGs und wir unterstützen euch finanziell“, so Nissen. Neben der gemeinsamen Finanzierung von Tourismus-Konzepten sei dieser Zusammenschluss vor allem eine Sache der Wahrnehmung.

Davon würden insbesondere die Gemeinden Fuldabrück, Lohfelden und Niestetal profitieren, so Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel (SPD). Zwar befänden sich die Kommunen nicht direkt am Grimmsteig. „Wir fühlen uns aber als Zubringer von Wanderern zum Grimmsteig“, sagte Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD).

„Wir fühlen uns als Zubringer von Wanderern.“

Der Ausbau des Radwegs R 1 habe zudem gezeigt, dass hier die touristischen Strukturen ausbaufähig seien. Klaus Steffek, Vizebürgermeister von Lohfelden, verwies auf die guten Übernachtungszahlen seiner Gemeinde, die langfristig auch dem Grimmsteig-Tourismus zugutekommen könnten. „Wir haben eine Stadt, kleine und größere Dörfer - es geht nicht darum, dass einer das große Tier ist, es geht um Zusammenarbeit“, sagte Steisel. Letztlich solle der Grimmsteig verlängert werden - „denn mittlerweile gibt es auch schon Menschen, die mehr als 100 Kilometer weit wandern wollen“.

Von Jahr zu Jahr soll es nun darum gehen, Projekte zu besprechen. Anders als bei anderen Touristischen Arbeitsgemeinschaften werde deren Umsetzung nicht mit der Bildung von Zweckgemeinschaften organisiert. „Wenn die Projekte besprochen sind, dann entscheidet jede Kommune für sich, ob sie daran teilnehmen möchte und trägt dann einen Teil zum gemeinsamen Topf bei“, so Steisel.

Bei der Frühjahrsausstellung, die am 27. Februar in den Kasseler Messehallen stattfindet, wird sich die frisch gegründete TAG „Märchenland der Brüder Grimm“ am gemeinsamen Stand präsentieren.

www.grimmsteig.de

Hintergrund

Die Region zwischen Kaufunger Wald, Meißner und Söhre bildet zusammen mit den beteiligten Anrainergemeinden der Fulda eine für Touristen interessante Natur- und Kulturlandschaft, die erhalten und weiterentwickelt werden soll, heißt es in der Mitteilung. Angestrebt wird ein „ganzheitliches regionales Angebot“. Neben der neu gegründeten TAG gibt es bereits die TAG „Märchenland Reinhardswald“.

Auf dem Weg zur Gründung ist die TAG „Habichtswald“ im Westen des Landkreises Kassel. Dafür verzichtet der Kreis Kassel auf eine eigene Tourismus-Organisation.

Von Anna Lischper

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