Telekom-Kasten in Nieste wird nicht abgebaut: Bürgermeister wehrt sich

Nieste. Der Vorplatz der Niester St. Anna-Kirche ist neu gestaltet. Ein Verteilerkasten der Telekom steht allerdings immer noch da - und das schon seit eineinhalb Jahren. Der Bürgermeister ist sauer.

Wenn es nach Pfarrerin Gundula Albroscheit gegangen wäre, würde vor der Kirche ein Esel stehen, der an die Legende der Gründung von Nieste erinnert. Stattdessen ziert ein Verteilerkasten der Telekom den neu gestalteten Vorplatz der St.-Anna-Kirche in Nieste.

Neue Bänke laden zur Pause ein, auf einer Fläche wächst eine saftig grüne Wiese und neue Steine wurden verlegt. Die Kosten: 5000 Euro. Die mittelalterliche Mauer wurde für 25 000 Euro aufgearbeitet und mit Betonplatten verstärkt und der Naturschutzverein hat einen Ginkgo gespendet. Insgesamt eine würdige Gestaltung für diesen geschichtsträchtigen Platz, sagt Bürgermeister Edgar Paul (SPD). Würde da nicht noch der Verteilerkasten der Telekom stehen. Dem weißen Kasten hat er eine Husse übergestülpt mit der Aufschrift „Hier schläft die Telekom!“ - aus Protest. Seit eineinhalb Jahren wisse die Telekom davon, dass der Kasten umplatziert werden müsse. Ursprünglich stand er an der Hauswand der alten Scheune, die vor einigen Jahren abgerissen wurde (wir berichteten).

Blick auf die Kirche ist frei: Bislang steht der Neugestaltung noch ein Verteilerkasten der Telekom im Weg (rechts ein Bild mit Bürgermeister Edgar Paul). Fotos: Lischper

Solange der Kasten dort stehe, könne der Platz nicht fertiggestellt werden. Und der habe eine ganz besondere Bedeutung. Mit der Entscheidung, die alte Scheune nicht für 264 000 Euro zu sanieren und sie als Backhaus zu erhalten, sondern sie abzureißen, wurde der Blick auf St. Anna frei. Dort, wo heute die Kirche steht, habe einmal eine kleine Kapelle gestanden - es war das erste von drei Gebäuden, die letzlich zur Gründung der Gemeinde geführt haben.

Von eineinhalb Jahren könne nicht die Rede sein, sagt Telekom-Sprecher George McKinney auf Anfrage. „Uns ist die Sache seit Anfang Juni 2016 bekannt.“ Man habe den Verteilerkasten noch nicht umplatziert, weil erst ein Angebot erstellt werden musste. Vor dem Hintergrund anderer Aufgaben, wie dem flächendeckenden LTE-Ausbau, brauche dies immer etwas Zeit.

Telekom widerspricht sich

Zumal die Umplatzierung mit einem gewissen Aufwand verbunden sei: „Das ist kein Schrank, den man einfach umstellt.“ 2400 Schaltungen müssten vorgenommen werden und Tiefbau sei nötig. Ohnehin müsse die Gemeinde dem Angebot, so es denn vorliege, erst einmal zustimmen. Nach der HNA-Anfrage ist das Angebot der Telekom nun im Niester Rathaus angekommen. 20 000 Euro soll die Umplatzierung kosten. Dass die Telekom erst seit Juni davon wisse, weist Bürgermeister Paul zurück. „Wir haben eine ganze Akte Schriftverkehr“, so Paul. Zudem sei auf dem schriftlichen Angebot die Rede von einem Gebäude, das abgerissen werden soll. „Das steht ja schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr an diesem Ort.“

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