Sensenstein

Grünes Licht für 230 Meter hohe Windräder zwischen Niestetal und Nieste

Immer mehr Windräder: Das Foto zeigt die Rotoren der Städtischen Werke im Stiftswald oberhalb von Oberkaufungen sowie Anlagen des ebenfalls von dem Versorgungsunternehmen betriebenen Windparks Rohrberg bei Helsa (links). Während am Rohrberg schon Strom produziert wird, ist am Standort Stiftswald noch gebaut. Foto:  Koch

Niestetal/Kreis Kassel. Auf den Domänenflächen des Landes Hessen am Sensenstein bei Gut Windhausen dürfen Windräder errichtet werden.

Der Haupt- und Zentralausschuss der Regionalversammlung hat am Montag in Kassel den Entwurf für den Regionalplan Energie mit einigen Änderungen verabschiedet.

Die Fläche am Sensenstein zwischen Niestetal und Nieste wurde dabei nicht angetastet. Folgt die Regionalversammlung am 7. Oktober bei ihrem abschließenden Votum dieser Linie - was als sehr wahrscheinlich gilt - können dort weithin sichtbar Windräder errichtet werden.

Aktualisiert um 16 Uhr

Die Rotoren, die die zur Dean-Gruppe (Neustadt am Rübenberge) gehörende Firma Eco-Joule entwickelt, werden 230 Meter hoch sein. „Damit planen wir“, sagte Eco-JouleGeschäftsführer Dr. Alexander Jäger-Bloh auf HNA-Anfrage. Die Entscheidung des Ausschusses sei für das Unternehmen „ein klares Signal, die Planung fortzuführen“. Einen Zeitplan für die Umsetzung gibt es laut Jäger-Bloh noch nicht. Dass die Anlagen größer ausfallen werden als bislang in der Region üblich - zurzeit ist bei gut 200 Metern Schluss - hängt mit der abgeschmolzenen Förderung und der Leistungsfähigkeit des Standorts zusammen.

Diese ist umstritten. Wie berichtet, hatten die Städtischen Werke Kassel nach einer Windmessung mit einem 100 Meter hohen Messmast ihre Pläne aufgegeben: Die Windausbeute reichte nicht aus. Danach begruben auch die Gemeinden Kaufungen und Nieste ihre Pläne für einen Windpark am Sensenstein. Auch in dem Entwurf für den Regionalplan Energie war der Standort zunächst nicht als so genannte Windvorrangfläche ausgewiesen.

Ein Gutachten des TÜV Süd war zu dem Ergebnis gekommen, dass die von der Landesregierung selbst festgelegte Mindestwindstärke von 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Meter Höhe nicht berreicht wird. Verpachtet wurden die Flächen von der Hessischen Landgesellschaft.

Kommunen Niestetal, Nieste und Kaufungen kündigen Klage an

Sollte die Regionalversammlung am 7. Oktober den Regionalplan Energie mit der Fläche am Sensenstein verabschieden, werden die Gemeinden Niestetal, Nieste und Kaufungen gegen den Plan klagen. Das erklärte Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) am Montag gegenüber der HNA. Der Standort Sensenstein sei weit entfernt von den vom Land festgelegten Windwerten. Man müsse sicherstellen, dass es sich bei den Anlagen nicht um reine Abschreibungsprojekte handelt, sagte Siebert. Während der Aussschusssitzung hat der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (Niestetal) seine Ablehnung der Windkraftanlagen am Sensenstein zu Protokoll gegeben. Die Fläche gehöre nicht in den Plan, heißt es in der schriftlichen Erklärung. Als Mitglied der Regionalversammlung könne er dem Plan nur als Ganzes zustimmen oder ihn ablehnen. Deshalb habe er sich für die Erklärung entschieden

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