Nach Transplantation von Stammzellen: Tobi geht es wieder besser

Kaufungen/Nieste. Wird Tobi aus Nieste seinen Blutkrebs besiegen? Die Transplantation von Stammzellen verlief auf jeden Fall erfolgreich, auch die Ärzte sind guter Dinge.  

Tobi aus Nieste geht es wieder besser. „Wir haben gute Nachrichten von seiner Familie erhalten“, sagt Rabea Karthoff von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Köln.Demnach habe der an Blutkrebs erkrankte junge Mann aus Nieste noch im Dezember 2015 eine Stammzellentransplantation erhalten. Zwar sei Tobi noch nicht ganz auf den Beinen. „Die Ärzte sind aber vollends zufrieden“, sagt Karthoff.

Lebensretter: Vor fünf Jahren spendete Malte Schulte aus Kassel über die DKMS Stammzellen und rettete damit einer Frau mit Blutkrebs das Leben.

Die Erkrankung Tobis hatte im Landkreis große Anteilnahme ausgelöst. So waren am 24. Oktober insgesamt 1345 Menschen zur Registrierungs-Aktion der DKMS in die Integrierte Gesamtschule nach Kaufungen gekommen, um sich dort in die Spenderkartei aufnehmen zu lassen. „Doch ist von all diesen Spendern niemand mehr infrage gekommen, weil die Zeit für Tobi zu knapp wurde“, sagt Karthoff.

Spender nicht aus Kaufungen

So hätten seine Ärzte in letzter Minute auf einen anderen Stammzellenspender zurückgegriffen, dessen Gewebemerkmale wenigstens einigermaßen mit denen Tobis übereinstimmten, sagt Karthoff. „So eine Stammzellentransplantation ist für den Patienten eine Tortur - auch für Tobi war das eine schwere Zeit.“ Aktuell schlage die Therapie gut an. „Doch ob es auch geklappt hat, wird man erst nach 100 Tagen sagen können“, erklärt Karthoff. Wirklich besiegt wird Tobi seine Krankheit erst haben, wenn er wenigstens zwei Jahre lang keinen Rückfall erlitten hat.

Jede Spende wichtig

Dennoch habe niemand aus Kaufungen umsonst den Weg zur Registrierungs-Aktion gemacht, sagt Karthoff. Jede abgegebene Blutprobe könnte irgendwann einmal einem anderen Blutkrebs-Patienten das Leben retten. Oder anders gesagt: „Hätten sich vor Tobi nicht schon andere solidarisch erklärt und sich registrieren lassen, hätte Tobi jetzt überhaupt keine Chance gehabt.“

Denn tatsächlich sei es eher die Regel, dass keine der gesammelten Blutproben passe, wenn für einen ganz bestimmten Patienten eine Registrier-Aktion ausgerufen werde. „Die Wahrscheinlichkeit ist statistisch minimal, dass sich unter nur 1345 Menschen ein zu 100 Prozent geeigneter Stammzellenspender befindet“, sagt Karthoff. So liege das Geheimnis einer erfolgreichen Spendervermittlung in der puren Masse schon erfasster Spendewilliger.

Die Frau hat überlebt

So hat es auch Malte Schulte aus Kassel, heute 27 Jahre alt, vor etwa fünf Jahren getroffen. 2007 hatte er sich bei der DKMS - damals lebte er noch in Ostfriesland - registrieren lassen, 2011 kam dann der Anruf: Eine Frau, Ende 40, sie heißt Diana, war an Blutkrebs erkrankt, und seine Gewerbemerkmale passten fast genau auf die der Patientin.

Fünf Tage lang musste sich Malte ein Medikament spritzen, das seine eigene Stammzellenproduktion ankurbelte. „Die eigentliche Spende hat dann nur vier Stunden gedauert“, sagt Schulte. Dabei wurden ihm seine Stammzellen wie bei einer Dialyse aus dem Blut gewaschen. „Zuerst hat das alles etwas Überwindung gekostet. Aber inzwischen weiß ich, dass die Frau überlebt hat. Allein das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich würde mich immer wieder registrieren lassen“, sagt Schulte.

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