Forderung nach schwerem Unfall: Tempo 50 an der Königsalm

Gefährlich: Mit Tempo 70 nähern sich die Autos den Fußgängern, die bei der Königsalm die Kreisstraße überqueren wollen. Vor gut vier Wochen kam es an dieser Stelle zu einem schweren Unfall. Im Hintergrund ist Oberkaufungen zu erkennen. Foto: Schachtschneider

Nieste. Die Gemeinde Nieste drängt nach einem schweren Unfall an der Königsalm auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern.

Der 57-jährige Mann aus Hatzfeld im Kreis Waldeck-Frankenberg wollte einen schönen Abend auf der Königsalm bei Nieste verbringen. Doch der Ausflug an einem Samstag im November endete tragisch. Als der Mann vom Busparkplatz der Ausflugsgaststätte kommend die Kreisstraße 4 überquerte, wurde er von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt.

Der Unfall hat die Diskussion über die Verkehrssituation an der sogenannten Sensenstein-Kreuzung neu entfacht. Konkret geht es um die Frage, wie schnell in Höhe der Parkplätze gefahren werden darf, wo an Spitzentagen mehrere Hundert Ausflügler die Straße in beiden Richtungen überqueren. Erlaubt sind in dem Kreuzungsbereich 70 Kilometer pro Stunde (km/h).

Zu schnell, kritisiert man bei der Gemeinde Nieste. „Wir fordern Tempo 50“, sagte Verwaltungsmitarbeiter Helmut Lippert auf HNA-Anfrage.

Die Forderung sei allerdings nicht neu. „Bereits während des Genehmigungsverfahrens für die Parkplätze haben wir darauf gedrungen“, sagte Lippert. Bei der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Kassel, die für die Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen zuständig ist, sei man mit dieser Forderung aber auf Granit gestoßen. Um die Gefahr für Fußgänger zu entschärfen, regt man in Nieste zudem an, die Verkehrsinsel in der Mitte der Kreisstraße zu beleuchten. Wie berichtet, hatte sich der schwere Unfall vom November in der Dunkelheit und bei Regen ereignet.

Beim Landkreis bestätigte man auf Anfrage, dass die Gemeinde Nieste am 3. Februar 2010 bei einem Ortstermin und auch später Tempo 50 gefordert habe. Seinerzeit seien die Fachleute zu dem Schluss gekommen, dass Tempo 50 nicht erforderlich sei, so Kreissprecher Harald Kühlborn. Nach dem schweren Unfall werde die Straßenverkehrsbehörde nun zu einem neuen Ortstermin einladen. Teilnehmen sollen daran Polizei, Hessen Mobil sowie Vertreter der Gemeinden Nieste und Kaufungen.

Hintergrund

Nach Auskunft von Polizeisprecher Torsten Werner handelt es sich bei der Kreisstraße 4 nahe der Königsalm nicht um einen Unfallschwerpunkt. Aus der Sicht der Polizei seien daher keine Änderungen angezeigt. Einen vergleichbar schweren Unfall wie den vom November habe es dort bislang nicht gegeben. Laut Werner liegt das Unfallopfer weiterhin auf der Intensivstation. Der Mann schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr. Die Kreisstraße zwischen Oberkaufungen und der Sensenstein-Kreuzung war vor wenigen Jahren erneuert und entschärft worden.

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