Bau soll im Herbst beginnen

Rätselraten: Rechnet sich geplanter Windpark am Kreuzstein bei Wickenrode noch?

Großalmerode/Helsa/Nieste. Das Regierungspräsidium (RP) Kassel hat den Bau von acht Windkraftanlagen zwischen Großalmerode und dem Witzenhäuser Stadtteil Roßbach genehmigt.

Dies teilte Pressesprecher Michael Conrad mit. Bei den Städtischen Werken prüft man allerdings noch die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

„Die 80-seitige Genehmigung enthält umfangreiche Bestimmungen zu Natur- und Bodenschutz, vor allem auch während der Bauphase.“

Ursprünglich sollte die Genehmigung für den Windpark Kreuzstein im Kaufunger Wald bereits Anfang des Jahres vorliegen. Ende 2016 sollte er ans Netz gehen. Planung und Bau des Windparks übernimmt die Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN), zu der neben den Stadtwerken Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Wolfhagen und Homberg auch die Städtischen Werke Kassel gehören. „Ein Genehmigungsverfahren ist ein langwieriger Prozess, der nicht planbar ist“, sagte Ingo Pjanka, Sprecher der Städtischen Werke Kassel, auf Anfrage. Von Verzögerung könne man nicht sprechen.

Wegen der mittlerweile gesunkenen Einspeisevergütung sei man derzeit am Rechnen und Prüfen, sagte Pjanka. „Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich der Windpark trotzdem wirtschaftlich darstellen lässt.“

Man sei optimistisch, das Projekt realisieren zu können. Laut Pjanka soll der Bau nun im Herbst beginnen. Mit der Fertigstellung sei bis zum Sommer 2017 zu rechnen. Im Juni hatte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) bei der Inbetriebnahme des Windpark Rohrberg der Städtischen Werke bei Helsa mit Blick auf die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG-Gesetz) noch Zweifel an einem wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen am Kreuzsteuin geäußert (die HNA berichtete).

Als Logistikbasis für das Bauprojekt soll ein bisheriger Wertholzplatz von Hessen-Forst unweit der Königs-Alm bei Nieste dienen. Dort sollen unter anderem Bauteile für die Anlagen gelagert und von dort aus über Forstwege zu der Baustelle oberhalb von Helsa-Wickenrode transportiert werden. Die Logistikfläche im Wald bei Nieste werde mit Schotter befestigt, sagte Pijanka.

Unterdessen verzögert sich die Entscheidung über die Standorte für Windkraftanlagen in Nord- und Osthessen weiter. Das für vergangenen Montag vorgesehene Votum der Regionalversammlung ist nach Auskunft von RP-Sprecher Conrad noch einmal verschoben worden. Die Vorbereitung der Entscheidung brauche „noch etwas Zeit“, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Die Regionalversammlung soll nun am Montag, 29. August, 10 Uhr, in Kassel (Hermann-Schafft-Haus, Wilhelmshöher Allee) zusammenkommen. Wie berichtet, ist die Entscheidung bereits mehrfach verschoben worden.

Der Windpark Kreuzstein ist davon nicht betroffen. Grundalge für seine Genehmigung ist noch das Bundesimmissionschutzgesetz.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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