Straße am Kamp in Nieste: Kein Mittel gegen Temposünder?

Protest gegen Raser: Susanne Lang (von links), Renate Knobel, Tina Bartenbach (mit Purkotts Sohn Johan, 2, auf dem Arm) und Melanie Purkott verlangen, dass die Gemeinde schnell etwas unternimmt. Fotos: Dilling

Nieste. Anwohner der Straße „Am Kamp" haben 60 Unterschriften bei der Gemeinde Nieste eingereicht, mit denen sie eine Verkehrsberuhigung fordern, weil viel zu schnell gefahren werde.

Doch wie das gelingen soll, ist noch unklar. Möglicherweise bringt erst der Umbau der teilweise von Schlaglöchern und Rissen gezeichneten Fahrbahn Fortschritte. Die Sanierung ist laut Bürgermeister Edgar Paul für nächstes Jahr geplant. Dann sollen bepflanzte Einbuchtungen die Schnellfahrer zum Abbremsen zwingen.

Die Straße „Am Kamp“ sieht aus wie eine Einladung für Temposünder. Wegen ihres starken Gefälles braucht man bergab nur die Fußbremse loszulassen, um die erlaubten 30 km/h zu überschreiten. Kumal und Sanga haben das mit ihrem Leben bezahlt. Ihre beiden Kater seien innerhalb eines halben Jahres überfahren worden, sagt Melanie Purkott. Ihr Sohn Johan habe sehr getrauert.

Dann malte sie ein Schild. „Wann trifft es ein Kind? Hier ist 30“ steht darauf. „Das hat ein paar Wochen etwas gebracht. Jetzt wird aber wieder gerast“, sagt die junge Frau. „Wir müssen ständig auf der Hut sein, denn wir haben einen offenen Garten zur Straße hin“, ergänzt ihre Nachbarin Susanne Lang, Mutter eines dreijährigen Kindes.

„Einige Kandidaten sind mit 60 oder 70 Sachen unterwegs“, meint Purkott. Sie fordert, dass die Gemeinde die verblassten Tempo-30-Schilder und die Kennzeichnung auf der Fahrbahn erneuert. Der Bürgermeister habe ihr gesagt, dass die Farbe schon bestellt sei. Paul bestätigt das. Auch elektronische Warnschilder, die beim Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit rot leuchten, habe er angefordert. Er hoffe, dass die Gemeinde innerhalb von zwei Monaten diese Maßnahmen erledigen könne. Man lasse auch häufig an der Straße blitzen. Doch extreme Raserei habe man bisher nicht feststellen können. „Das lag alles noch im Bußgeldbereich. Der Schnellste war mit 43 km/h unterwegs“, berichtet Paul.

Die Straße sei zwar eine Verbindungsstraße ins niedersächsische Escherode, vier Fünftel der festgestellten Sünder kämen aber aus Nieste. Viele Eltern brächten ihre Kinder mit dem Auto in die Kita, die ebenfalls an die Straße grenzt. Das bestätigt auch Purkott.

Der Einbau von Schwellen würde ein neues Problem durch Lärmbelästigung eröffnen, meint der Bürgermeister. Wechselseitiges Parken, welches die Autofahrer zwingen würde, Slalom zu fahren, komme wegen der extremen Gefällstrecke nicht in Frage.

„Bei Blitzeis im Winter kann dann keiner mehr rechtzeitig bremsen“, sagt Paul.

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