Streit um Leuchten an Alm: Niester Bürgermeister kritisiert Plan von Hessen Mobil

Nieste/Kaufungen. Der Übergang zur Gaststätte Königs-Alm soll besser ausgeleuchtet werden. Eigentlich eine gute Sache. Doch es gibt Ärger um die Ausführung.

Hessen Mobil und die Gemeinde Nieste streiten.

Eigentlich sollten die Gäste der Königs-Alm bei Nieste die Kreisstraße zwischen Oberkaufungen und der Sensenstein-Kreuzung in der Dämmerung und nachts längst mit einem besseren Gefühl überqueren können. Nach einem Unfall im November 2015, bei dem ein betrunkener Gast angefahren und lebensgefährlich verletzt wurde (die HNA berichtete), hatte die Gemeinde Nieste entschieden, auf eigene Kosten rechts und links der Mittelinsel Leuchten aufzustellen. Doch sieben Monate nach dem Unfall ist noch nichts passiert.

Edgar Paul

Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD) macht dafür die Straßenbaubehörde Hessen Mobil verantwortlich. Sie habe„unglaubliche Vorgaben“ gemacht, die zu einer erheblichen Verteuerung führen würden. „Da machen wir nicht mit“, stellt der Verwaltungschef im HNA-Gespräch klar. Laut Paul gibt sich die Landesbehörde mit zwei Leuchten nicht zufrieden. „Die wollen vier Lampen“, sagt er kopfschüttelnd. Die Begründung kann der Bürgermeister „beim besten Willen nicht nachvollziehen“.

Die Behörde habe ihm erklärt, nach den geltenden Richtlinien müsse vor den 78 Kilowatt starken LED-Leuchten an der Mittelinsel in beiden Fahrtrichtungen jeweils eine 38 Kilowatt starke weitere Leuchte stehen, damit sich die Verkehrsteilnehmer an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnen könnten.

Nach den Berechnungen der Niester Gemeindeverwaltung würde die von Hessen Mobil geforderte Variante rund 10 000 Euro kosten: Allein knapp 6800 Euro würden nach einer Kalkulation der EAM für die vier Leuchten samt Stahlmasten und 140 Meter Kabel fällig. Hinzu kommen die Erdarbeiten, deren Kosten Paul mit rund 3000 Euro beziffert.

Verwundert ist man angesichts der Vorgaben auch beim Landkreis Kassel, dem ebenfalls daran gelegen ist, dass der Weg zwischen dem Wanderparkplatz und der Königs-Alm sicherer wird. Sollten „bürokratische Vorgaben“ dazu führen, dass es am Ende an Ort und Stelle duster bleibt, „wäre dies schwer einsehbar“, so Kreissprecher Harald Kühlborn.

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