Viele Fahrer warten nicht an der Ampel

Anwohner klagen über Verkehrssünder in Sandershausen

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Tatort Mühlenweg/Ecke Hannoversche Straße: Über drei Minuten lang steht hier die Baustellenampel auf Rot. Nicht wenige Fahrer halten das nicht aus – und fahren einfach durch.

Niestetal. Auch wenn die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Sandershausen zügig vorangeht: Für Anwohner und Fußgänger bedeutet die Baustelle Stress.

Die Arbeiten dauern noch bis Ende 2016. Überall Maschinen, aufgerissene Erde, verengte Gehwege, Sperrungen und Umleitungen.

„Und immer wieder gibt es Autofahrer, die nicht die Geduld haben, drei Minuten lang vor einer roten Baustellenampel zu stehen. Stattdessen fahren sie durch“, sagt Nicole Bandelow, die mit Familie direkt am Mühlenweg wohnt. Der enge Mühlenweg zweigt von der Hannoverschen Straße ab, ist eine Spielstraße (nur Schrittgeschwindigkeit ist dort erlaubt) und die einzige Zufahrtsmöglichkeit hin zur Grundschule Sandershausen. Viele der insgesamt 200 Schüler dort werden von ihren Eltern mit dem Auto gebracht, viele kommen auch zu Fuß.

„Und dennoch fährt so mancher Autofahrer bei rot über die Ampel oder mit deutlich überhöhtem Tempo durch den Mühlenweg“, sagt Bandelow. Einige würden sogar Schüler zur Seite hupen, wenn es nicht schnell genug ginge. Besonders ärgerlich aber sei, dass sich offenbar weder Polizei noch das Ordnungsamt dafür interessierten, vermutet Bandelow.

Dem sei nicht so, sagt Maureen Kessler vom Ordnungsamt Niestetal. „Wir, und auch die Polizei, sind sehr daran interessiert solchen Verkehrssündern auf die Spur zu kommen“, sagt Kessler. Tatsache sei aber auch, dass es aus personellen Gründen nicht möglich sei, zu jeder Tageszeit zum Schutz der Schüler Kontrollen am Mühlenweg zu veranlassen.

So stelle die Gemeinde Niestetal ihren einzigen Ordnungsbeamten dort schon regelmäßig ab, „Verkehrsvergehen wurden jedoch noch nicht festgestellt“, sagt Kessler. „Insofern sind wir von Hinweisen aus der Bevölkerung abhängig“, sagt Kessler und rät, Autokennzeichen und Uhrzeit zu notieren, wenn eine Ordnungswidrigkeit festgestellt werde. Kessler: „Nur wenn uns eine schriftliche Anzeige vorliegt, können wir ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.“

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