Fußgänger dürfen nicht durch

Baustelle in Niestetal: Keiner hält sich an Durchgangsverbot 

Niestetal. Kein Durchkommen für Fußgänger gibt es derzeit auf der Hannoverschen Straße in Höhe des Kirchplatzes in Niestetal-Sandershausen zwischen der Kirchgasse und der Ysenburgstraße.

Entsprechende Durchgangs-Verbotsschilder sind in beiden Richtungen aufgestellt.

Grund ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt im Bauabschnitt 4 b. Fußgänger, die diesen Abschnitt durchqueren wollen, müssen weite Umwege in Kauf nehmen - entweder über die Straßen Friedhofsweg, Im Mühlenfeld und Mühlenweg, oder über die Theodor-Heuss-Straße und die Hans-Böckler-Straße. Ausgeschildert sind diese Umleitungen allerdings nicht.

„Es gibt überhaupt keine Querungsmöglichkeit für Fußgänger, vor allem für Nutzer der Bushaltestelle Kirchplatz“, sagt Alois Lorscheider-Brinkmann, der in Niestetal arbeitet. Jeden Morgen liefen zahllose Kindergarten- und Schulkinder mitten durch die Baustelle. „Laut Beschilderung dürfen Fußgänger noch nicht einmal zum Buchladen von Katja Wäscher an der Ortsdurchfahrt gehen.“ Komplett abgeschnitten von der Hannoverschen Straße sind zudem die Anwohner der Wohnhäuser mit den Hausnummern 97 und 99.

Zu wenig Platz vor Ort

Für Hessen Mobil stellt die Situation kein Problem dar. „Es gibt wenig Platz für die Baustelle in diesem Bereich“, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil. Tatsächlich mussten Teile der dortigen Vorgärten planiert werden, um den Autoverkehr via Baustellenampel überhaupt noch irgendwie an den Baggern und Kippern vorbeilotsen zu können. „Für Fußgänger war da kein Platz mehr“, sagt Sinemus. Seine Behörde habe so im Einvernehmen mit der Gemeinde Niestetal geplant und gehandelt.

Foto: Lorscheider-Brinkmann/nh

Sinemus: „Ohnehin wechseln wir in etwa zwei Wochen die Straßenseite, sodass dann der Gehweg entlang des Kirchplatzes wieder begehbar sein wird.“ So sei den Fußgängern die Umgehung der Baustelle durchaus zuzumuten. Doch hält sich einer daran? Nach HNA-Beobachtung wird das Durchgangsverbot von allen Fußgängern komplett ignoriert. Oft schlängeln sich Autos, Lkw und Busse eng an den Fußgängern vorbei. Dabei nehmen jedoch alle Verkehrsteilnehmer sehr viel Rücksicht aufeinander. Dennoch: „Würde ein Fußgänger bei der Missachtung des Durchgangsverbotes erwischt werden, müsste er ein Verwarnungsgeld in Höhe von 5 Euro berappen“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner.

 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.