Heißer Favorit

Gottschalck-Nachfolge im Bundestag: SPD-Chef Gremmels erwägt Kandidatur

Zurzeit noch im Landtag: Timon Gremmels (40)

Niestetal. Nach der Ankündigung der Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck vom Freitag, bei der Wahl im Herbst 2017 nicht noch einmal anzutreten, will die Kreis-SPD im Hinblick auf einen neuen Kandidaten nun Fakten schaffen. Als heißer Favorit für die Nachfolge gilt Parteichef Timon Gremmels aus Niestetal.

Noch hält sich der 40-Jährige bedeckt. „Ich lasse mir das alles jetzt erst einmal durch den Kopf gehen“, sagte er am Samstag im HNA-Gespräch. Zugleich bezeichnete er die Arbeit im Bundestag als „reizvolle Aufgabe“. Dem Vernehmen nach will sich Gremmels allerdings schnell entscheiden. Noch am Freitag einigten sich die Mitglieder des Unterbezirksausschusses - das ist das wichtigste Gremium zwischen den Parteitagen - auf einen formalen Fahrplan für die Kandidatenkür. So sollen sich Bewerber in den nächsten fünf Wochen zunächst in den Unterkreisen der Partei vorstellen.

Tritt bei der Wahl 2017 nicht mehr an: Ulrike Gottschalck (60) aus Niestetal, hier in ihrem Büro im Bundestag. Archivfoto: Renner

Das Verfahren gelte sowohl für den Wahlkreis Kassel, den Gottschalck 2009 und 2013 direkt gewonnen hatte, als auch für den Wahlkreis Waldeck, zu dem auch Baunatal und Schauenburg gehören. Wie die Vize-Chefin der Kreis-SPD, die Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer (Hofgeismar) erklärte, sollen die Kandidaten am 24. Juni vom Unterbezirksausschuss endgültig nominiert werden.

Danach bleibe genügend Zeit, um mit den Personalvorschlägen „die Genossinnen und Genossen in der Stadt Kassel und in Waldeck-Frankenberg zu überzeugen“, so Hofmeyer.

Sollte Gremmels von der Wahlkreiskonferenz von Stadt- und Kreis-SPD am 18. November nominiert und dann auch ins Parlament gewählt werden, würde er ein zweites Mal auf Gottschalck folgen: Ende 2009 war Gremmels in den Landtag nachgerückt, nachdem die Niestetalerin sich kurzfristig bereit erklärt hatte, für den zurückgetretenen Bundestagskandidaten Rainer Pfeffermann aus Ahnatal anzutreten. Gremmels kündigte am Samstag an, er werde in Sachen Bundestagskandidatur als Parteichef das Gespräch mit seinem Kollegen aus der Stadt Kassel, dem Landtagsabgeordneten Uwe Frankenberger, suchen.

Für eine Stellungnahme war Frankenberger am Wochenende bislang nicht erreichbar.

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