Wald am Isenburg-Denkmal

Halden doch nicht genehmigt

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Noch Anfang Juli lagerte hier die Gemeinde Niestetal entlang des Denkmal-Weges im Wald nördlich von Niestetal-Sandershausen große Mengen an Erde, Kies und Steinen. Nun hat der Gemeinde-Bauhof alles entfernt – das Lager war, wie zunächst angenommen, keineswegs genehmigt. 

Niestetal. Der Bauhof Niestetal entfernte Kies- und Steinhaufen im Wald am Isenburg-Denkmal.

Wohl doch nicht genehmigt waren die großen Ablagerungen von Erde, Kies und schweren Felsbrocken entlang des Waldweges (Denkmal-Weg) nahe dem Isenburg-Denkmal im Wald nördlich von Niestetal-Sandershausen. Jahrzehnte lang hatte die Gemeinde Niestetal dort „Materialien natürlichen Ursprungs“ gelagert. Inzwischen sind die Halden verschwunden, „unser Gemeinde-Bauhof hat alles entfernt“, sagt Maureen Kessler vom Ordnungsamt Niestetal.

Schuttlager der Gemeinde

Wie Hessen-Forst als Eigentümerin der Flächen mitteilt, habe es nie eine Erlaubnis seitens der Behörde für das End- oder Zwischenlagern von Steinen und Schutt entlang des Denkmal-Weges gegeben. Möglicherweise habe es vor etwa 30 Jahren eine mündliche Absprache mit dem damals noch zuständigen Forstamt Kaufungen gegeben. „Jedoch kann so etwas heute keinen Bestand mehr haben“, sagt Günter Groß, Bereichsleiter beim zuständigen Forstamt Hessisch Lichtenau.

Ohnehin könne Hessen-Forst nur Erlaubnisse, nicht aber Genehmigungen für Halden dieser Art aussprechen. Dafür sei wiederum die Untere Naturschutzbehörde sowie die Bauaufsicht des Landkreises Kassel zuständig. „Auch wir haben nie ein Materiallager entlang des Denkmal-Weges genehmigt“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Die Behörde könnte lediglich noch prüfen, ob die alten Ablagerungen aus Biotopschutzgründen möglicherweise doch erhalten bleiben können - Steinhaufen können wertvolle Lebensräume zum Beispiel für Reptilien sein.

Doch hat die Gemeinde Niestetal bereits Fakten geschaffen. Alle Haufen wurden bereits entfernt - selbst der kleine Erdaushub nahe der Landstraße, den ein Privatmann illegal in den Wald gekippt hatte und der anschließend vom Bauhof der Gemeinde Niestetal zunächst nur in den Wald geschoben wurde, ist verschwunden.

Günter Groß: „Hier war die Gemeinde im Irrtum. Keineswegs ist es zulässig, eine illegale Ablagerung einfach nur in den Wald zu schieben, auch wenn es sich dabei um natürliche Materialien handelt. Das stellt einen Verstoß gegen das Bodenschutzgesetz dar.“

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