Unsichtbarer Kreisel: Mini-Kreisverkehr in Heiligenrode wird oft übersehen

Aus der Vogelperspektive: Von oben lässt sich der Kreisverkehr gut erkennen.

Niestetal. Der Mini-Kreisel in Heiligenrode wird von vielen Verkehrsteilnehmern nicht als solcher wahrgenommen und oft überfahren.

In Heiligenrode gibt es zwei Kreisel. Einen Turbo-Kreisel und einen Mini-Kreisel. Der eine ist modern, der andere etwas älter. Der eine ist groß, der andere klein.

Trotzdem machen beide einen guten Job, sie verhindern Rückstau und lassen den Verkehr schneller fließen. Unfälle gibt es bei beiden nur sehr wenige.

Dabei nehmen nicht alle den Mini-Kreisel, der den Verkehr zwischen Niestetalstraße und Kasseler Straße regelt, als solchen überhaupt wahr. Beim Ortsbesuch an einem beschaulichen Nachmittag, können wir gleich mehrere Fahrzeuge beobachten, die es mit der Fahrbahnmarkierung nicht ganz so ernst nehmen. Das komme sehr häufig vor, erklärt uns ein Anwohner.

„Der Kreisel ist als überfahrbar konzipiert“, erklärt Sandra Fleck, Leiterin des Fachbereich Ordnung und Soziales der Gemeinde Niestetal. So können auch Lastwagen mit einem großen Wendekreis den Kreisel problemlos passieren, die ansonsten in Schwierigkeiten geraten würden. „Diese Möglichkeit ist aber nicht für PKWs gedacht“.

So geht es nicht: Dieser kleine Lastwagen könnte den Wendekreis problemlos ordnungsgemäß nutzen, fährt aber trotzdem über die Mittelbegrenzung.

Fleck lobt den Mini-Kreisel, den es seit 14 Jahren gibt, für seine Effektivität. „Früher gab es zwischenzeitlich einen Rückstau bis über dieKuppe, bis hin zur Kasseler Bank“. Den gebe es jetzt nicht mehr und auch Geschwindigkeit wurde aus dem Verkehr genommen. Im Vergleich zu einer Ampelanlage gibt es auch kein Stop-and-Go, sondern der Verkehr reguliere sich selbst. Prinzipiell sei der Kreisel auch in den Verkehrsentwicklungsplan aufgenommen. Sollte zukünftig die Fahrbahndecke erneuert werden, könnte auch die Zufahrt verschmälert oder verschwenkt werden. Solche Veränderungen seien aber bisher nicht geplant.

Unfälle gibt es an dem Mini-Kreisel nicht, auch wenn einige Verkehrsteilnehmer einfach über die Begrenzung in der Mitte fahren. Das überrascht auch Polizeisprecher Torsten Werner. „Nicht, dass ich gedacht hätte es ist ein Unfallschwerpunkt. Aber es ist quasi so etwas wie ein Anti-Unfallschwerpunkt“. Zwischen Januar 2015 und März 2016 gab es dort keinen Unfall. 2014 gab es zwei mit Sachschaden. Natürlich werden nicht alle Fälle der Polizei gemeldet, aber das ist schon wenig, erklärt Polizeisprecher Werner. Am Turbokreisel kracht es häufiger im selben Zeitraum waren es sechs Unfälle, aber auch das sei im Vergleich eher marginal.

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