Mehrere Haufen Kies und Sandstein liegen im Wald und auf Forstweg

Illegaler Schutthaufen sorgt für Ärger in Niestetal

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Der vor wenigen Tagen illegal abgelagerte Erdhaufen wurde vom Bauhof Niestetal einfach in den Wald geschoben.

Niestetal. Mehrere große Haufen mit Erde, Kies und ein Berg von schweren Sandsteinbrocken fielen Alois Lorscheider-Brinkmann aus Niestetal auf, als er mit seinem Mountainbike den Waldweg (Denkmal-Weg) nahe des Isenburg-Denkmals im Wald nördlich von Niestetal-Sandershausen entlangfuhr.

Die Haufen liegen teilweise mitten im Wald, teilweise direkt entlang des Forstwegs.

„Wie wild hingekippt sieht das alles aus“, sagt Lorscheider-Brinkmann. Nahe des Waldrandes, fast direkt an der Landstraße L 562 von Niestetal-Sandershausen rauf nach Landwehrhagen, dann noch ein Haufen mit Steinen und Erdaushub.

Der Niestetaler informierte die Gemeinde, die wiederum beauftrage ihren Bauhof. „Statt aber den Haufen nahe der Landstraße abzufahren wurde er einfach mit einem schweren Fahrzeug in den Wald geschoben“, sagt Lorscheider-Brinkmann. Die anderen Ablagerungen im Wald seien überhaupt nicht angefasst worden.

„Tatsächlich war der Erdaushub nahe der Landstraße illegal“, bestätigt Sandra Fleck, Ordnungsamtsleiterin der Gemeinde Niestetal. Dennoch habe der Bauhof das Material nicht abgefahren sondern in den Wald geschoben, weil es sich - nach Prüfung - um Erde, also ein natürliches Material gehandelt habe. „Das ist dann auch zulässig“, sagt Fleck. In diesem Punkt werde die Satzung der Gemeinde Niestetal über die Lagerung von Autowracks-, Alt- und sonstiger Materialien sowie Gebrauchsgütern im Außenbereich nicht tangiert. „Es kommt auch darauf an wie viel davon und wo etwas abgekippt wurde“, sagt Fleck. Im vorliegenden Fall sei der Erdhaufen klein gewesen. Für Lorscheider-Brinkmann ist das nicht nachvollziehbar: „Das lädt doch dazu ein, weiter dort seinen Schutt abzuladen.“

Anders sieht es bei den großen Erd-, Kies- und Sandsteinhaufen im Wald entlang des Denkmal-Weges aus. „Diese Ablagerungen sind tatsächlich genehmigt - von Hessen Forst“, sagt Fleck. Schon seit rund 20 Jahren sei es der Gemeinde Niestetal erlaubt, dort sogenannte Materialien natürlichen Ursprungs zu lagern - ein „genehmigtes Steinlager“ also. „Immer wieder fahren wir Material hin und holen bei Bedarf wieder etwas ab“, sagt Fleck. Das allerdings dürfe nur die Gemeinde Niestetal so machen.

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