Wasser muss weiterhin abgekocht werden

Interview zu Keimen im Trinkwasser von Windhausen

Niestetal. Claus Mattersberger von der Gemeinde Niestetal äußert sich im Interview zu den Keimen im Wasser von Windhausen.

Das Trinkwasser im Bereich Gut Windhausen in Niestetal ist mit gesundheitsschädlichen Keimen belastet - kurz nachdem das Wasser im Ortsteil Heiligenrode mit Chlor entkeimt worden ist. Das wurde bei einer zusätzlichen durch die Gemeindewerke entnommenen Probe herausgefunden.

Claus Mattersberger, stellvertretender technischer Betriebsleiter der Gemeindewerke, gibt Antworten.

Herr Mattersberger, hätte die Gemeinde keine zusätzliche Probe entnommen, wäre der Befall nicht aufgefallen. Hatte die Gemeinde bereits einen Verdacht? 

Claus Mattersberger

Claus Mattersberger: Die Feststellung, dass die mikrobiologische Verunreinigung des Trinkwassers auf dem Gut Windhausen nicht aufgefallen wäre, wenn wir keine zusätzliche vierte Freimessungdurchgeführt hätten, trifft zu. Aufgrund der Ergebnisse der zweiten und dritten Freimessung war diese zusätzliche Probenahme jedoch im Sinne eines vorsorglichen und vorausschauenden Gesundheitsschutzes als zweckmäßig - rückblickend sogar als unumgänglich - zu bewerten.

Was hatten denn die zweite und dritte Messung ergeben? 

Mattersberger: Bei der zweiten Messung nach Beendigung der Chlorung am Mittwoch, 27. Juli, entnommenen Proben wurden teilweise erhöhte Werte bei der Keimzahl festgestellt. Der Grenzwert wurde hierbei jedoch bei keiner der acht Proben überschritten.

Bei der dritten Messung nach der Chlorung am Freitag, 29. Juli, war die Keimzahl im Ortsnetz von Heiligenrode wieder auf ein normales Niveau abgesunken. Bei der in Windhausen entnommenen Probe konnte jedoch keine Reduzierung der Keimzahl festgestellt werden.

Warum ist das Wasser in diesem Bereich noch nicht einwandfrei? 

Mattersberger: Diese Frage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich beantworten.

Was tut die Gemeinde Niestetal jetzt? 

Mattersberger: Der Hochbehälter Windhausen im Gemeindewerk wurde noch einmal intensiv gereinigt und desinfiziert und das Trinkwassernetz in Windhausen wird seit Mittwoch kontinuierlich gespült und beprobt.

Was haben die Proben bislang ergeben? 

Mattersberger: Bei den uns bisher vorliegenden Laborergebnissen konnte keine weitere Überschreitung der Grenzwerte festgestellt werden. Eine Aufhebung des Abkochgebots ist jedoch erst möglich, wenn dieses vorläufige Ergebnis durch mindestens zwei weitere Untersuchungen bestätigt wird.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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